Die weltbestern Sinfonieorchester und Vokalensembles zu Gast in Berlin
Vom 28. August bis 23. September 2026 startet das Berliner Konzertleben mit dem Musikfest Berlin in die neue Spielzeit, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker. In 36 Veranstaltungen werden in der Philharmonie Berlin, in deren Kammermusiksaal, im Haus der Berliner Festspiele, im Konzerthaus Berlin und in der Deutschen Oper Berlin über 60 Werke von rund 40 Komponist*innen präsentiert, aufgeführt von den Orchestern und Chören der Musikstadt Berlin, von über 65 Solist*innen des internationalen Musiklebens und über 30 Instrumental- und Vokalensembles aus Finnland, Spanien, den USA, der Schweiz, Österreich, Südafrika, England, Japan und Deutschland, darunter die Wiener Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, das Orchester Le Concert des Nations, das Freiburger Barockorchester, die Kansas City Symphony und das Chineke! Orchestra mit der Cape Town Opera.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Philharmoniker.
Kontakt
Musikfest Berlin
Berliner Festspiele Schaperstraße 24 D-10719Berlin
Matthias Bundschuh – Regie, Bühne
Georg Baselitz – Marionetten, Ausstattung
Leonhard Winkler – Ausführender Bildhauer, Figurenbau
Isabelle Faust – Violine
Pascal Moraguès – Klarinette
Giorgio Mandolesi – Fagott
Reinhold Friedrich – Kornett
Ian Bousfield – Posaune
Wies de Boevé – Kontrabass
Raymond Curfs – Schlagzeug
Dominique Horwitz – Sprecher
Die Marionettenspieler*innen und ihre Rollen:
Edouard Funck, Ursula Winzer – Der Soldat
Philippe Brunner, Eva Wiener – Der Teufel
Vladimir Fediakov, Maximilian Kiener-Laubenbacher – Die Prinzessin
Veronika Grimme – Der König / Der Veteran
Marion Mayer – Der Ausrufer / Der Trompeter
Philipp Schmidt – Der Trommler
Ensemble des Salzburger Marionettentheaters – Dorfbewohner
Igor Strawinsky (1882–1971): Die Geschichte vom Soldaten (1917/18)
Ein Bühnenstück zu lesen, zu spielen und zu tanzen
Text von Charles Ferdinand Ramuz, in der deutschen Nachdichtung von Hans Reinhart
Szenische Aufführung
Igor Strawinskys Die Geschichte vom Soldaten ist ein Werk sui generis: keine Oper, sondern ein Stück „zu lesen, zu spielen und zu tanzen“. Matthias Bundschuhs Inszenierung dieses Musiktheaters ist nach der gefeierten Premiere im Rahmen der Salzburger Festspiele 2025 in Kooperation mit dem Salzburger Marionettentheater nun beim diesjährigen Musikfest Berlin zu erleben. Die Marionettenentwürfe der Produktion stammen von Georg Baselitz: Für den Maler, Bildhauer und Grafiker war der Gedanke leitend, dass die Marionetten mit einfachsten Mitteln und auf das Wesentliche reduziert gestaltet sein sollten. Komplettiert wird die bemerkenswerte künstlerische Konstellation durch den Schauspieler Dominique Horwitz als Sprecher sowie ein hochkarätig besetztes Miniaturorchester mit Isabelle Faust und ihren Freunden.
Die Uraufführung der Geschichte vom Soldaten 1918 in Lausanne markierte nicht nur einen wichtigen Moment in der Schweizer Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts, sondern machte sie zu einem Schlüsselwerk der musikalischen Moderne. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs befand Strawinsky sich im Exil am Genfer See, wo er den Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz kennenlernte. Aufgrund ausbleibender regulärer Einnahmen beschlossen die beiden Künstler, gemeinsam eine Art Wandertheater zu realisieren. Die Handlung um einen desertierten Soldaten, den Teufel, eine Geige und eine Prinzessin finden sie in einem russischen Volksmärchen, wobei Strawinsky und Ramuz die Vorlage in wesentlichen Punkten umarbeiteten.
Die Protagonist*innen der Geschichte vom Soldaten erscheinen nicht als individuelle Charaktere, sondern als Figuren aus dem Repertoire des Puppen- und Jahrmarkttheaters. Die Musik ist für ein siebenköpfiges Instrumentarium geschrieben und besteht aus 16 knapp gefassten Nummern, in denen Strawinsky mit allgemeinen musikalischen Topoi vom Marsch bis zum Tango arbeitet. Charakteristisch sind der Aufbau aus kleinen – zwar variierten, in ihrer Substanz aber stabil bleibenden – Elementen, das Überlagern verschiedener Schichten mit je eigenen Rhythmen und eine gewisse klangliche Trockenheit und Härte.
Das Salzburger Marionettentheater zählt zu den traditionsreichsten Figurentheatern weltweit und wurde 1913 von dem Bildhauer Anton Aicher gegründet. Das Ensemble besteht aus zehn Marionettenspieler*innen, die in den unterschiedlichsten handwerklichen Berufen ausgebildet sind, um Figuren, Bühnenbild und Requisiten selbst herzustellen. Im Jahr 2016 wurde die Spielpraxis des Salzburger Marionettentheaters zum immateriellen UNESCO Kulturerbe ernannt. Nach einem Besuch des Künstlers Georg Baselitz, der seit Langem ein Interesse an dieser Kunstform hegt, ergab sich die Zusammenarbeit fast zwangsläufig. Rasch fiel die Wahl auf die Geschichte vom Soldaten , wobei sich die von Baselitz entwickelten Marionetten zum artifiziell Hergestellten und Gemachten des Theaters bekennen: „Also besorgte ich mir ein dünnes Blech, das ich selbst biegen konnte, mit dem ich formal sehr frei umgehen konnte. […] Ich habe alle diese Gestalten selbst zurechtgeknittert, also zurechtgeformt. Den Körper, der ja üblicherweise unter Kleidung versteckt ist, habe ich nur vom Skelett her gezeigt — er besteht ausschließlich aus Pappröhren.“
Dauer: ca. 1h 15 min, ohne Pause
Empfohlen ab 12 Jahren
Eine Koproduktion des Salzburger Marionettentheaters mit den Salzburger Festspielen
mit Unterstützung der Galerie Thaddaeus Ropac
Die Tournee 2026 wird unterstützt von fürst developments, Salzburg.
Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
Termine
So 20.9.2026, 11:30 | Ticket
So 20.9.2026, 17:00 | Ticket
Ort
Haus der Berliner Festspiele
Große Bühne Schaperstraße 24
D-10719 Berlin
Hagoromo (Das Federgewand): Nō-Drama
(Anonym, ca. 14./ 15. Jh.)
Kaki Yamabushi (Der Persimonendieb): Kyōgen-Komödie
(Anonym, ca. 14./ 15. Jh.)
Shakkyō (Die Steinbrücke): Nō-Drama in verkürzter Form (Han-Nō)
(Anonym, ca. 14./ 15. Jh.)
Im Rahmen seiner Europa-Tournee 2026 ist das Ensemble des Kanze Nō Theaters aus Tokio beim Musikfest Berlin zu Gast. Mit Kiyokazu Kanze – dem 26. Großmeister der Kanze-Schule – als Hauptdarsteller präsentiert die Kompanie drei Werke des klassischen Nō-Theaters. Die genuin japanische Theaterform entstand vor ungefähr 700 Jahren und gilt als eine der ältesten der Welt. Mit seiner Bildsprache, seinem Klangsinn und seiner (musikalischen) Dramaturgie übte das Nō-Theater nicht zuletzt einen starken Einfluss auf die europäische Gegenwartsmusik aus. Zu seinen Charakteristika zählen die bewusste Minimalisierung der Ausdrucksmittel, der Einsatz von Masken sowie die starke Formalisierung körperlicher Bewegungen. Am folgenden Tag gibt Kiyokazu Kanze im Rahmen einer speziell für Kinder und Jugendliche vorbehaltenen Education-Veranstaltung einmalige Einblicke in die Welt des Nō-Theaters.
In der Philharmonie Berlin präsentiert das Ensemble des Kanze Nō Theater die beiden Nō-Dramen Hagoromo und Shakkyō sowie die Kyōgen-Komödie Kaki Yamabushi.
Hagoromo (Das Federgewand) ist bekannt für seinen anmutigen Tanz, der beim Musikfest Berlin von Großmeister Kanze XXVI. aufgeführt wird. Das Werk ist eine Adaption der Legende Hagoromo Densetsu , deren Ursprünge bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen und die deutliche Parallelen zur in Europa bekannten Sage von der „Schwanenjungfrau“ aufweist. Kaki Yamabushi (Der Persimonendieb) gehört zu den meistgespielten japanischen Kyōgen-Komödien. Kyōgen ist ebenfalls eine traditionelle japanische Theaterform und entstand gemeinsam mit Nō im Verlauf des 14. Jahrhunderts. Der heitere, oft burleske Grundton der Kyōgen-Stücke bildet einen bewussten Kontrast zu den ernsten Themen der Nō-Dramen. Als eigenständige, kurze Zwischenspiele werden Kyōgen-Stücke zwischen zwei Nō-Werken zur Aufführung gebracht. Shakkyō (Die Steinbrücke) ist ein berühmtes festliches Nō-Stück, das besonders für seinen spektakulären Löwentanz bekannt ist. Das Stück wird häufig als Abschluss eines Nō-Programms aufgeführt, wobei oft nur der zweite Teil, der eigentliche Löwentanz, gezeigt wird (Han-Nō bzw. Halb-Nō).
Das Gastspiel des Kanze Nō Theater aus Tokio beim Musikfest Berlin 2026 findet im Rahmen des Jubiläumsjahrs der Berliner Festspiele statt. Die Beschäftigung mit der traditionellen japanischen Kultur und ihren Ausdrucksformen ist Teil ihrer 75-jährigen Institutionsgeschichte. Bereits 1985 stellte das Festival Horizonte der Berliner Festspiele, das sich außereuropäischen Kulturen widmete, die Formen und Vielfalt des japanischen Theaters vor; das Pariser Théâtre du Soleil integrierte 1991 in sein Gastspiel Elemente fernöstlicher Bühnenkunst. Der Themenschwerpunkt der Berliner Festwochen, dem Vorgängerfestival des Musikfest Berlin, lautete im Jahr 1993 „Japan und Europa“, wobei Vorstellungen des Nō-Theaters einen wesentlichen Schwerpunkt des Programms bildeten. Zuletzt gastierte im Rahmen des Musikfest Berlin 2019 das Ensemble der Umewaka Kennōkai Foundation Tokio in der Philharmonie Berlin.
Einführungsveranstaltung
18:45 Uhr, Südfoyer
Dauer: circa 2 h, eine Pause
In japanischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Ein Gastspiel im Rahmen der Europa-Tournee 2026 (Berlin – München – Brüssel – Köln) und eine gemeinsame Initiative der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin, des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin, der musica viva des Bayerischen Rundfunks, des Bozar – Centre for Fine Arts, Brüssel, der Kölner Philharmonie I KölnMusik GmbH und des Japanischen Kulturinstituts Köln / The Japan Foundation
Mit freundlicher Unterstützung der Agency for Cultural Affairs, Government of Japan | Japan Arts Council, des Arts Council Tokyo (Creation Grant) sowie des Tokyo Club
Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin in Zusammenarbeit mit dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin
mit Großmeister Kiyokazu Kanze für Berliner Schüler*innen
Kiyokazu Kanze XXVI. Großmeister der Kanze-Schule
Eine Reise in die Welt des Nō-Theaters und der traditionellen Bühnenkunst Japans.
Nach dem Gastspiel am 21.9. gibt der Großmeister Kiyokazu Kanze einmalige Einblicke in die Welt des Nō-Theaters im Rahmen einer Education-Veranstaltung für Kinder und Jugendliche von Berliner Schulen. Als eine der ältesten Bühnenkünste der Welt wurde Nō im 14. Jahrhundert von dem Künstler Kan’ami und seinem Sohn Zeami zur Vollendung gebracht und wird seit rund 700 Jahren nahezu unverändert bis in die Gegenwart überliefert. Als musikdramatische Kunstform vereint Nō-Theater Gesang, Tanz und Instrumentalmusik. In poetischen Erzählungen, in denen sich Wirklichkeit und Traum sowie Lebende und Geister begegnen, entfalten Schauspieler mit Nō-Masken in eleganten, stilisierten Bewegungen das Geschehen. Seine einzigartige Ästhetik und Spiritualität haben nicht zuletzt die europäische Kunst und Musik nachhaltig beeinflusst. Im Jahr 2008 wurde Nō in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Eine gemeinsame Initiative der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin, der Stiftung Berliner Philharmoniker und des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin
Eine gemeinsame Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin und der Stiftung Berliner Philharmoniker
RIAS Kammerchor Berlin II / Deutsches Symphonie-Orchester Berlin II
Duruflé / Schnittke
Jennifer Johnston – Mezzosopran
Solist*innen des RIAS Kammerchor Berlin
RIAS Kammerchor Berlin
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Justin Doyle – Leitung
Maurice Duruflé (1902–1986): Requiem op. 9 (1941–47)
für Soli, Chor, Orgel und Orchester
Alfred Schnittke (1934–1998): Requiem (1974/75)
für Solostimmen, Chor und Instrumentalensemble
aus der Bühnenmusik zu Don Carlos von Friedrich Schiller
In Maurice Duruflés ätherischem Requiem mischen sich Anspielungen auf gregorianische Choräle mit einem zauberischen Klangfarbenspiel, dessen filigranes musikalisches Gewebe in einer an Claude Debussy und Maurice Ravel geschulten Instrumentation ausgebreitet wird. Das Ergebnis ist eine paradiesische Himmelsvision, die der RIAS Kammerchor Berlin, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und Justin Doyle beim Musikfest Berlin präsentieren. Nach der Pause folgt mit Alfred Schnittkes Requiem ein polystilistisches Klangfresko zwischen Humanismus und spiritueller Glaubenskraft, das anders als viele der bekannten Totenmessen weitgehend auf dramatische Kontraste verzichtet: Hier jubiliert der Chor nicht in höchsten Tönen über die Größe Gottes, sondern sinnt leise, in improvisatorisch anmutenden Linien, über die gesungenen Worte nach.
Sein Requiem komponierte Maurice Duruflé erklärtermaßen auf „der Grundlage von gregorianischen Themen aus der Totenmesse […]. Manchmal ist der Notentext vollständig übernommen, der Orchesterpart dient dort nur zu seiner Unterstützung und Kommentierung; ein anderes Mal habe ich mich lediglich von ihm inspirieren lassen.“ Gleichzeitig verzichtete der französische Komponist auf die Dramatik des Dies irae , während er im impressionistisch-schillernden Orchestersatz die Engel mit „himmlischen“ Harfen- und das Paradies mit Celesta- und Orgelklängen illustrierte.
Auch Alfred Schnittke vertonte den zeitlos gültigen Text der Totenklage mit in sich gekehrter Musik, wenngleich man in der Partitur impressionistische Klangeffekte vergeblich sucht. Kurioserweise entwickelte der damals noch in der Sowjetunion lebende Komponist das Stück aus einer Bühnenmusik zu Friedrich Schillers Don Carlos . Letztere entstand „in Form eines Requiems“ (Schnittke) 1975 für eine Inszenierung am Moskauer Mossowjet-Theater, die vor dem Hintergrund katholischer Kirchenmusik stattfinden sollte. Angesichts des durchweg tragischen Inhalts von Schillers Drama entstand eine Requiem-Vertonung, die ihresgleichen sucht – nicht nur wegen der ungewöhnlichen Besetzung mit Orgel, Klavier, Celesta, Vibraphon, Glocken, Gong, Flexaton, Pauken, Trompete, Posaune und zwei E-Gitarren. Tastende Piani und litaneiartiges Chorflüstern wechseln sich in den 14 Sätzen mit treppenartig sich steigernden Solokoloraturen und Orgelclustern ab, wobei in der immer wieder gespenstische Züge annehmenden Musik Schnittkes polystilistischer Ansatz allgegenwärtig ist.
Einführungsveranstaltung
19:10 Uhr, Südfoyer
Dauer: circa 1 h 35 min, eine Pause
Eine Veranstaltung des RIAS Kammerchor Berlin in Kooperation mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
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75 Jahre Berliner Festspiele
28.8. bis 23.9.2026
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In Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Philharmoniker.
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D-10719 Berlin