Das Schauspielhaus Zürich ist die grösste Sprechtheaterbühne der Schweiz und eines der renommiertesten Theater im deutschsprachigen Raum. Mit dem traditionsreichen Pfauen in Zürich-Hottingen und dem 2000 eröffneten Schiffbau in Zürich-West verfügt es heute über zwei grosse Häuser in zwei Stadtteilen. Jede Saison stehen rund zwanzig Neuinszenierungen auf dem Spielplan, im Pfauen mit seinen 750 Plätzen wird fast täglich Repertoire geboten, im Schiffbau stehen die Halle (je nach Bestuhlung 400 bis 600 Zuschauer) und die Box (200) für Vorstellungsserien zur Verfügung. Hinzu kommen Inszenierungen in der Kammer im Untergeschoss des Pfauen (70 Plätze), die Produktionen des Jungen Schauspielhauses in der Matchbox im Schiffbau (70 Plätze), sowie Wiederaufnahmen, Gastspiele, Extras und Fremdveranstaltungen. Im Jahr zeigt das Schauspielhaus rund 600 Vorstellungen, bei einer täglichen Gesamtkapazität von bis zu 1500 Plätzen.
Der Pfauen, gegenüber vom Kunsthaus am Heimplatz/Rämistrasse gelegen, ist die grösste Bühne des Schauspielhauses. Architektonisch eine so genannte Guckkastenbühne, bietet der Pfauen – im Parkett, im Rang und in den Logen – bis zu 750 Zuschauern Platz. Zehn Neuinszenierungen pro Saison stehen auf dem Spielplan, fast täglich wird auf der Pfauenbühne gespielt. Neben bekannten Klassikern – Antike, Shakespeare-Zeit, deutsche Klassik und klassische Moderne – sind vermehrt auch neue Stücke und Uraufführungen Teil des Pfauen-Repertoires.
Im Untergeschoss des Pfauen betreibt das Schauspielhaus eine weitere kleine Theaterbühne – die Kammer: Im Sommer 2006 wurde sie umgebaut und neu ausgestattet und bietet nun Platz für ca. 70 Zuschauer. Junge Regisseure und Regieassistenten haben hier die Möglichkeit, mit dem Ensemble eigene Handschriften zu erproben.
aus dem Englischen von Thomas Brovot
Bühnenfassung Calixto Bieito
«1997 war der Computer zum ersten Mal dem Menschen im Schach überlegen.»
Am Ende des 20. Jahrhunderts gipfelte der rasante Fortschritt in Wissenschaft und Technik in einem Duell zwischen Mensch und Maschine. Das menschliche Produkt begann den Menschen selbst zu übersteigen. Hinter dieser Errungenschaft stecken Träume und Albträume des letzten Jahrhunderts, die bis in die Gegenwart nachwirken.
Der chilenische Autor Benjamín Labatut spürt in seinem brillanten Roman aussergewöhnlichen Persönlichkeiten nach, die ihr Leben den unerklärlichen Tiefen von Mathematik und Logik gewidmet und unsere von Technik durchdrungene Gegenwart begründet haben. Im Zentrum der Erzählung steht der Mathematiker John von Neumann, Erfinder der Spieltheorie, Mitentwickler der Atombombe und Vordenker der Künstlichen Intelligenz – «ein Ausserirdischer unter uns». Doch auch Neumann ringt am Ende mit seiner eigenen, banalen Sterblichkeit. Das Menschsein lässt sich dem Menschen nicht austreiben. Labatuts gekonnte Montage von Fakten und Fiktion bringt uns auf die Spur von Menschen, in deren visionären Denken sich Rationalität und Irrationalität kreuzen.
Am Schauspielhaus kommt erstmalig ein Werk Benjamín Labatuts auf die Bühne. Labatuts Schreiben findet in Calixto Bieitos beeindruckendem Engagement für die darstellende Kunst und ihre Sprache seine ideale Übersetzung ins Theater. Mit seinem scharfen Sinn für zeitgenössische Literatur adaptiert der spanische Regisseur den Roman für die Uraufführung im Pfauen. Bieito, bekannt durch seine kompromisslosen Auseinandersetzungen mit dem Menschen und seinen Abgründen, verhandelt die Geschichte unserer technologisierten Welt auf der analogen Bühne – dort, wo sie entstanden ist: unter den Menschen.
REGIE: Calixto Bieito
BÜHNE: Calixto Bieito, Barbora Horáková
KOSTÜME: Paula Klein Keiller
MUSIK: Janiv Oron
VIDEO: Adrià Bieito Cami
LICHT: Markus Keusch, Calixto Bieito
Dramaturgie: Nina Rühmeier
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten (keine Pause)
Termine
Fr 15.5.2026, 20:00
Do 21.5.2026, 20:00
Di 26.5.2026, 20:00und weitere Termine
Do 28.5.2026, 20:00
So 31.5.2026, 15:00
Mi 10.6.2026, 20:00
Mo 15.6.2026, 20:00
Do 18.6.2026, 20:00
Mi 24.6.2026, 20:00
Fr 26.6.2026, 20:00
EINE VISUELLE ALBTRAUMANALYSE
von Recke/Lehmann/Froelicher
Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich
«Ich bin kein Monster, ich bin eine Mutter.» (…) «Du bist kein Monster», sagte ich. Aber ich log. Was ich eigentlich sagen wollte, war, dass es keine allzu furchtbare Sache ist, ein Monster zu sein.
– Aus Ocean Vuong «Auf Erden sind wir kurz grandios»
Eine Gruppe von Kindern streift durch eine eigentümliche Landschaft. Hier tummeln sich Gestalten, die wie Symbole aus einer verborgenen Welt wirken: Das kollektive Unbewusste ist ihr Träger, historische und instinktive Ängste ihr Fluchtpunkt.
MONSTER interessiert sich für den frühkindlichen Prozess der Ichwerdung und die dafür prägende Beziehung zwischen Mutter und Kind; genauer die Beziehung weisser Mütter und nicht-weisser Kinder im deutschsprachigen Kontext. Die öffentliche Wahrnehmung dieser Beziehungskonstellation ist historisch geprägt von der Kolonialzeit über die Nachkriegszeit in Deutschland mit den sogenannten «Besatzungskindern» weisser Mütter und Schwarzer Soldaten bis in die Gegenwart. Auch in der Schweiz, die durch die missionarische Arbeit und den privaten Plantagenbesitz Schweizer Unternehmen und Institutionen in das koloniale Projekt verstrickt war, ist der öffentliche Diskurs über weisse Mütter und nicht-weisse Kinder historisch gewachsen. MONSTER fragt, wie nicht-weisse Kinder, die in einem weissen Kontext aufwachsen, in ihrer Selbstwerdung unweigerlich mit dessen Norm und Geschichte konfrontiert sind.
Durch Sprachhorror, einen unheimlichen Mutterkuchen und träumerische Bewegung erschliesst die neue Arbeit des Künstler*innen-Trios Recke/Lehmann/Froelicher die Verknüpfungen von universeller Subjektpsychologie und individueller Selbstwerdung auf sozialpolitischer Ebene.
Anta Helena Recke, Anna Froelicher und Maxi Menja Lehmann formen Raum, Zeit und Sprache zu sinnlichen und zugleich politischen Bilderreigen auf der Bühne. Bereits mit ihrer gemeinsamen Arbeit «Die Kränkungen der Menschheit» erregten sie grosse Aufmerksamkeit durch ihren detaillierten Blick auf scheinbar universelle Themen und Geschichten. In MONSTER erkundet das Trio nun eine Beziehungsstruktur, die uns alle von Geburt an beschäftigt.
REGIE: Anta Helena Recke, Maxi Menja Lehmann, Anna Froelicher
Mitarbeit Bühne: Anka Bernstetter
KOSTÜME: Pola Kardum
Musik: Ludwig Abraham
Dauer: 1 Stunde 25 Minuten (keine Pause)
Termine
Sa 16.5.2026, 20:00
Sa 23.5.2026, 20:00
Mi 27.5.2026, 20:00und weitere Termine
von William Shakespeare
aus dem Englischen von Angela Schanelec
Wenn Naturgewalten aufbegehren und Unwetter die Welt aus ihren Angeln heben, kann das nur eins bedeuten: dicke Luft im Feenland. Oberon und Titania, Herrscher*innen dieses zauberhaften Reichs, haben wieder einmal eine heftige Beziehungskrise und zanken, dass den Elfen Hören und Sehen vergeht. Kein guter Moment, um sich in ihrem Wald zu verirren. Aber ausgerechnet jetzt straucheln vier Liebende und eine Handwerkertruppe aus Athen durch das Gehölz. Während Letztere fernab neugieriger Augen ein Theaterstück probieren möchte und sich dabei um Kopf und Kragen spielt, sind die vier anderen zwar schwer verliebt, doch umso schwerer an der Liebe leidend. Denn unbedacht schiesst Amor seine Pfeile, und so fliehen Hermia und Lysander vor dem rasend eifersüchtigen Demetrius, den wiederum die liebeskranke Helena verfolgt. Grund genug für Oberons Gehilfen Puck, ein hochpotentes Zaubermittel in den Ring zu werfen, das bald an allen Fronten für Verwirrung sorgt. Kaum senkt sich die Nacht über die erhitzten Gemüter, erwachen ungeahnte Triebe. Im Dickicht grosser Gefühle und noch grösserer Gemeinheiten beginnt ein albtraumhafter Spuk, der den ganzen Wald zum Beben bringt.
Unverschämt und ausgelassen spürt Pınar Karabulut auf der Pfauenbühne den Verrücktheiten der Liebe nach. Shakespeares klebrig-feuchtes Sommermärchen verwandelt sie in einen wahnwitzigen Ritt entlang der feinen Linie zwischen Liebe und Begierde, Macht und Unterwerfung, der Mensch wie Kobold aus dem Sattel wirft.
Aus dem Englischen übersetzt von Angela Schanelec, in Zusammenarbeit mit Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens.
Unterstützt von der INTERNATIONAL MUSIC AND ART FOUNDATION (IMAF)
Regie & Choreografie: Pınar Karabulut
Bühne: Michela Flück
Kostüme: Teresa Vergho
Musik: Daniel Murena
LICHT: Gerhard Patzelt
Dramaturgie: Rose Reiter
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten (keine Pause)
SENSORISCHER HINWEIS
Nach circa 1 Stunde gibt es für die Dauer von circa 5 Minuten laute Musik und teilweise flackerndes Licht.
Termine
Mi 13.5.2026, 20:00
Fr 22.5.2026, 20:00
Sa 30.5.2026, 20:00und weitere Termine
Mi 3.6.2026, 20:00
Di 16.6.2026, 20:00
Mo 22.6.2026, 20:00
Sa 27.6.2026, 20:00
Das Dreieck ist die stabilste und zugleich unsicherste geometrische Form. Wie ein Holzschemel, der ständig wackelt, aber nie umfällt. Kein Wunder, dass Dreierkonstellationen faszinieren.
In ihrem ersten Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich nimmt die Autorin Barbi Marković die Beziehung von drei Schwestern in den Blick. Diese drei stehen einander so nah, dass sie sich gegenseitig bei der kleinsten Bewegung zwangsläufig verletzen. Sie leben eine brutale Beziehung ohne jegliche Filter, ohne Distanz und ohne Selbstkontrolle. Sie spielen ein Strategiespiel. Denn die drei Schwestern sind untereinander gnadenlos verwandt. «Wie eine Spaghetti auf einem Teller. Du weisst, dass du eine von ihnen bist, kannst aber nicht herausfinden, welche.» Hier tragen starke Frauenfiguren die Kämpfe, Ärgernisse und Freuden des Lebens unter sich aus. Die Parallele zu Tschechows berühmtem Stück ist dabei purer Zufall und volle Absicht.
Marković schafft mit ihren Texten einen Spagat: Humorvoll, kurzweilig, leicht und gleichzeitig tiefsinnig, traurig, surreal breiten sich ihre Texte vor uns aus. Sie bringt die banalsten Gewohnheiten scharfsinnig auf den Punkt und entführt uns im selben Zuge in seltsam skurrile Welten. Nun findet Markovićs Schreiben die ideale Komplizin in der Regie: Christina Tscharyiski übersetzt zeitgenössische Dramatik gekonnt auf die Bühne. Mit klugem Sinn für das gesprochene Wort und viel Leidenschaft für grosses Schauspiel nähert sie sich den Figuren und Erzählsträngen. Gemeinsam mit einem Ensemble starker Schauspielerinnen bringt sie den nagelneuen Text zum Jahresauftakt zur Uraufführung.
Regie: Christina Tscharyiski
Bühne: Michael Simon
Kostüme: Miriam Draxl
Musik: Cornelia Pazmandi
Video: Judith Selenko
Licht: Christoph Kunz
Dramaturgie: Rebecca Ajnwojner
Seit vielen Jahren verbindet Co-Intendant Rafael Sanchez und Ensemblemitglied Mike Müller eine enge Arbeitsbeziehung: Müller schreibt und spielt, Sanchez inszeniert. Drei fulminante Produktionen der letzten Spielzeiten, uraufgeführt am Casinotheater Winterthur, finden nun am Schauspielhaus eine neue Heimat.
ERBSACHE bringt knallharte Verhandlungen auf die Bühne: Eine strenge Richterin, zwei ambitionierte Anwälte und drei verkrachte Geschwister sollen die Erbmasse eines Verstorbenen teilen. Unterschiedliche Interpretationen des Testaments werden verhandelt, Sinn und Unsinn des Erbens erörtert und Familienfehden ausgetragen, bis sich in einem turbulenten Finale allesamt die Haare raufen.
Regie: Rafael Sanchez
Technik: Pipo Schreiber (hellwerk.ch)
Kostüme: Eva Bräutigam
A fluid fairy fantasy
von Bastian Kraft und Ensemble nach Hans Christian Andersen
«Wenn die Leute einen Fisch sehen, kommt auch niemand auf die Idee, zu fragen, ob das ein Männlein ist oder ein Weiblein. In einem Aquarium herrschen diesbezüglich paradiesische Zustände: Du wirst in deiner Schönheit bewundert, und niemand will dir zwischen deine Beine schauen.»
Unter Wasser sehen wir Menschen unscharf, Formen verschwimmen, Körpergrenzen lösen sich auf, alles kommt ins Fliessen. Gleiches passiert im Drag, der Kunstform, die durch extravagante Kostüme und Make-up Geschlechterrollen auflöst, Identitäten in Glitzer und Pailletten taucht und vor allem eine atemberaubende Show bietet. Hans Christian Andersens Märchen zeigt eine ebensolche Transformation: Eine Meerjungfrau verliebt sich in einen Menschen und möchte ihren Fischschwanz loswerden. Das Märchen endet bekanntermassen tragisch. Vielleicht spiegelt es Andersens eigenes Schicksal wider, der sein Leben lang in seinen Jugendfreund verliebt war und diese Liebe nie leben konnte. Und gleichzeitig ist es eine Geschichte so alt wie die Menschheit selbst, von Nymphen, Nixen und Wassergeistern, von Verwandlung und der Befreiung aus der zugeschriebenen Rolle.
Der dem Schauspielhaus Zürich bestens bekannte Regisseur Bastian Kraft begeisterte das Publikum in den letzten Jahren mit den Inszenierungen «Andorra» und «Homo Faber» von Max Frisch und «Buddenbrooks» von Thomas Mann. Nun, anstatt der Liebe des Prinzen an Land, sucht Bastian Kraft das Glück im Meer: Mit Spieler*innen aus dem Ensemble und Stars aus der Schweizer Drag Szene liest er die Geschichte der kleinen Meerjungfrau neu und taucht dorthin, wo Biographie und Märchen ineinander fliessen und Drag und Schauspiel zu einer Show de nixe verschwimmen.
Inszenierung: Bastian Kraft
Bühnenbild: Peter Baur
Kostümbild: Sophie Reble
Musik: Björn SC Deigner
Video: Jonas Link
Licht: Michel Güntert
Dramaturgie: Anika Steinhoff, Bendix Fesefeldt
Eine Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg
Empfohlen ab 14 Jahren
Dauer: 2 Stunden 10 Minuten (ohne Pause)
Termine
Mo 18.5.2026, 20:00
Mo 25.5.2026, 20:00
Do 4.6.2026, 20:00und weitere Termine
Di 9.6.2026, 20:00
Do 11.6.2026, 20:00
Mi 17.6.2026, 20:00
Ein Bankangestellter hat den Hausmeister erschlagen. Einfach so, zack, mit einer Axt und ohne Grund. Während sein Verteidiger Dr. Hahn angestrengt nach einem Motiv sucht, kapituliert der Staatsanwalt Martin vor der Sinnlosigkeit der Tat. Da ist ein Riss in der Ordnung der Dinge. Ein Mörder ohne Motiv. Eine Gerechtigkeit, die nur noch Urlaub will. Die Welt von Martin, dem Hüter des Rechts, steht Kopf. Am Vorabend des Mordprozesses verbrennt er alle Akten und haut ab.
Schluss mit der Monotonie, der bürgerlichen Enge und dem ermüdenden Eiertanz mit seiner Frau, die ausgerechnet Dr. Hahn zum Liebhaber erkoren hat.
Auf seiner Flucht in die Wälder ergreift eine neue Identität von ihm Besitz. Als legendärer «Graf Öderland mit der Axt in der Hand» zieht er fortan durchs Land und hackt sich skrupellos mordend in die Unterwelt. Und während der subalterne Bankangestellte in der Justizmaschinerie gerät, wird der Gesetzesdiener zum Sinnbild all jener, die den erdrückenden Konventionen des Alltags, der Sterilität der Ordnung entfliehen möchten.
Der Axtverkauf boomt. Aber ein Beil denkt nicht nach, empfindet keinen Ekel, es mordet. An die Stelle der Verantwortung tritt blosse Mechanik. Der zunehmenden Gewalt begegnet der Staat mit rigorosen Massnahmen, bis nur noch «Graf Öderland» das Blutvergiessen beenden kann. So endet der Wunsch absolut frei zu sein, anders zu leben als in der Pflichterfüllung im korrupten Kompromiss mit dem verachteten Staat, und die Gefängnistüren des eigenen Ich bleiben verschlossen.
Mit GRAF ÖDERLAND, Max Frischs dunkel-poetischem Stück, das der Autor selbst sein «liebstes» nannte, untersucht die Zuger Regisseurin Claudia Bossard die explosive Mischung von gesellschaftlicher Entfremdung und Identitätskrise, Populismus und Staatsversagen.
Regie: Claudia Bossard
Bühne und Kostüme: Romy Springsguth
Mitarbeit Bühne: Yuni Hwang
Musik & Video: Jacob Suske
Licht: Christoph Kunz
Dramaturgie: Nina Rühmeier
Dauer: 2 Stunden 15 Minuten (keine Pause)
Content Note: Diese Inszenierung enthält explizite Darstellungen von Gewalt und Mord.
Sensory Note: Diese Inszenierung enthält Nebel.
Noch in Transition, mit vom Testogel quietschender Stimme und Peach Fuzz auf der Oberlippe zur Verwandtschaft nach Italien fahren?! Puh. Matteo graut vor seinen vier Quasigrossmüttern und all den anderen im Dorf, die ihn noch als Isabella kennen, vor den Blicken und den Kommentaren. Doch er will Zeit mit seinem kranken Vater Aldo verbringen und so beginnt ein gemeinsamer Roadtrip, der sich zu einer berührenden Auseinandersetzung mit Männlichkeit und Queerness entwickelt. Während Matteo zwischen Gender-Euphorie und -Dysphorie eine zweite Pubertät durchlebt, spürt Aldo die eigenen Kräfte schwinden. Mit fragilen Körpern ringen sie im Spiegel des Anderen um Anerkennung und Verständnis – bis auf einmal alles um sie herum ins Wanken gerät. Denn kaum dort angekommen, mutiert das Dorf zum Gruselkaff. Matteo kann nicht schlafen. Monströse Erscheinungen, schillernde Geschöpfe treiben ihn hinaus in die Nacht. Sie wissen, was sie wollen. Und irgendwie kommen sie Matteo bekannt vor … Haben sie es auf ihn abgesehen? Matteos Augenringe sprechen Bände. Wer jagt hier eigentlich wen? Plötzlich sind sie überall: Hemmungslos und prachtvoll bringen sie das Dorf zum Leuchten.
Der Schweizer Autor Kay Matter erhält vom Schauspielhaus Zürich einen Stückauftrag, der als dreiteilige Reihe im Laufe der Spielzeit Form gewinnt und von drei spannenden wie unterschiedlichen Regiepositionen auf die Bühne gebracht wird. Eine hochkarätige Nachwuchsgeneration erzählt in Kollaboration von einer ambivalenten Vater-Kind-Beziehung, von Selbstvertrauen und Scham, von Frustration und bedingungsloser Liebe.
Noch in Transition, mit vom Testogel quietschender Stimme und Peach Fuzz auf der Oberlippe zur Verwandtschaft nach Italien fahren?! Puh. Matteo graut vor seinen vier Quasigrossmüttern und all den anderen im Dorf, die ihn noch als Isabella kennen, vor den Blicken und den Kommentaren. Doch er will Zeit mit seinem kranken Vater Aldo verbringen und so beginnt ein gemeinsamer Roadtrip, der sich zu einer berührenden Auseinandersetzung mit Männlichkeit und Queerness entwickelt. Während Matteo zwischen Gender-Euphorie und -Dysphorie eine zweite Pubertät durchlebt, spürt Aldo die eigenen Kräfte schwinden. Mit fragilen Körpern ringen sie im Spiegel des Anderen um Anerkennung und Verständnis – bis auf einmal alles um sie herum ins Wanken gerät. Denn kaum dort angekommen, mutiert das Dorf zum Gruselkaff. Matteo kann nicht schlafen. Monströse Erscheinungen, schillernde Geschöpfe treiben ihn hinaus in die Nacht. Sie wissen, was sie wollen. Und irgendwie kommen sie Matteo bekannt vor … Haben sie es auf ihn abgesehen? Matteos Augenringe sprechen Bände. Wer jagt hier eigentlich wen? Plötzlich sind sie überall: Hemmungslos und prachtvoll bringen sie das Dorf zum Leuchten.
Der Schweizer Autor Kay Matter erhält vom Schauspielhaus Zürich einen Stückauftrag, der als dreiteilige Reihe im Laufe der Spielzeit Form gewinnt und von drei spannenden wie unterschiedlichen Regiepositionen auf die Bühne gebracht wird. Eine hochkarätige Nachwuchsgeneration erzählt in Kollaboration von einer ambivalenten Vater-Kind-Beziehung, von Selbstvertrauen und Scham, von Frustration und bedingungsloser Liebe.
Weitere Teile:
STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS UNO
STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS DUE
WICHTIGE INFO
Jeder Teil der Reihe erzählt eine in sich geschlossene Geschichte. Aber Vorsicht: Suchtgefahr! Haben Sie Lust auf die anderen beiden Teile? Für das Gesamterlebnis ist keine bestimmte Reihenfolge erforderlich.
Content Note: Diese Inszenierung thematisiert Trans- und Queerfeindlichkeit.
Kaum sind Matteo und sein Vater Aldo ans Ziel ihrer Reise gelangt, mutiert das Dorf zum Gruselkaff. Teil zwei der brandneuen Theaterserie von Kay Matter führt die beiden Protagonisten direkt in die erdrückenden Arme der «Nonne», der mit Gossip kommentierenden Quasi-Grossmütter. Gut, dass wenigstens der blinde Chihuahua Ernesto nicht von Matteos Seite weicht. Während Aldo sich bemüht, den Fiat zu verkaufen, treibt es Matteo, ganz blass vor Hunger nach Fleisch und Männern, auf die Strassen.
Zwischen Badeschaum und Blut, zwischen Tagen und Nächten voller Verwandlungen, offenbart sich das Dorf als ein Ort, an dem die Sitten tagsüber zur Schau gestellt werden und bei Nacht in der kleinen Dorfbar fallen. Das alles wird immer wieder unterbrochen vom unaufhörlichen «Ping» der Gay-Dating-Apps. In diesem atemlosen Rhythmus verwandelt sich das «Dazwischen» in einen Raum der Begegnung, in dem man im Schatten des Katholizismus die Sprache des Flirts, des Drags und der Begierden lernt. Und in der kleinen Familie, die im «Dazwischen» entsteht, vermischt sich die Angst vor Veränderung mit der Angst vor dem Verlassenwerden. Sie kippt in Anschuldigungen… während das Monster lauert.
Kay Matters Arbeit an STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS wurde durch das SchreibZeit-Stipendium der Stiftung Niedersachsen (2025) gefördert.
Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich
Autor: Kay Matter
Regie: *OTHER ISSUES, Jchj V. Dussel, Moritz Sauer
Bühne: Lea Burkhalter
Kostüme: Josefin Kwon
Licht: Rasmus Stahel
Drmaturgie: Rose Reiter, Meloe Gennai
WICHTIGE INFO
Jeder Teil der Reihe erzählt eine in sich geschlossene Geschichte. Aber Vorsicht: Suchtgefahr! Haben Sie Lust auf die anderen beiden Teile? Für das Gesamterlebnis ist keine bestimmte Reihenfolge erforderlich.
CONTENT NOTE
Diese Inszenierung thematisiert Trans- und Queerfeindlichkeit.
SENSORISCHE WARNUNG
Diese Inszenierung enthält Nebel, teilweise laute Geräusche und teilweise grelles Licht. Menschen mit Lichtempfindlichkeit empfehlen wir, sich in die hinteren Reihen zu setzen. Etwa 45 Minuten nach Vorstellungsbeginn (Song Duett Love Long Road) gibt es eine kurze Stroboskop Sequenz (ca. 30 sec.).
Erleben Sie das GRANDE FINALE der dreiteiligen, brandeuen Theaterserie STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS des Schweizer Autors Kay Matter an einem Abend: Drei spannende wie unterschiedliche Regiepositionen haben die einzelnen Teile UNO, DUE und TRE im Laufe der Spielzeit auf die Bühne gebracht. Eine hochkarätige Nachwuchsgeneration erzählt in Kollaboration von einer ambivalenten Vater-Kind-Beziehung, von Selbstvertrauen und Scham, von Frustration und bedingungsloser Liebe.
UNO
In Transition, mit vom Testogel quietschender Stimme und Peach Fuzz auf der Oberlippe zur Verwandtschaft nach Italien fahren?! Puh. Matteo graut vor seinen vier Quasigrossmüttern und all den anderen im Dorf, die ihn noch als Isabella kennen, vor den Blicken und den Kommentaren. Doch er will Zeit mit seinem kranken Vater Aldo verbringen, und so beginnt ein gemeinsamer Roadtrip, der sich zu einer berührenden Auseinandersetzung mit Männlichkeit und Queerness entwickelt. Während Matteo zwischen Gender-Euphorie und -Dysphorie eine zweite Pubertät durchlebt, spürt Aldo die eigenen Kräfte schwinden. Mit fragilen Körpern ringen sie im Spiegel des Anderen um Anerkennung und Verständnis – bis auf einmal alles um sie herum ins Wanken gerät.
DUE
Kaum sind Matteo und sein Vater Aldo ans Ziel ihrer Reise gelangt, mutiert das Dorf Belbuio zum Gruselkaff. DUE führt die beiden Protagonisten direkt in die erdrückenden Arme der «Nonne», der mit Gossip kommentierenden Quasi-Grossmütter. Gut, dass wenigstens der blinde Chihuahua Ernesto nicht von Matteos Seite weicht. Während Aldo sich bemüht, den Fiat zu verkaufen, treibt es Matteo, ganz blass vor Hunger nach Fleisch und Männern, auf die Strassen, während das Monster lauert...
TRE
Nach dem horny Ende von DUE erhebt sich TRE aus der Dunkelheit: postapokalyptisch, sexy und fucking scary. Belbuio wirkt, als wäre es von den Heiligen verlassen. Männer verschwinden plötzlich, und die Figuren, an die wir uns gebunden hatten, scheinen besessen. Die zweiteilige Rom-Com kippt endgültig und wird vom Thriller verschluckt. Unter den glühenden Augen des Monsters begegnen sich die Liebenden Matteo und Santo immer wieder – oder vielleicht endlich wirklich? Die Dorfbewohner*innen müssen in Ruhe schlafen können, also organisieren die Grossmütter eine Jagd. Wird Belbuio zur Arena für Begehren und Verfolgung? Werden Matteo und Santo sich am Ende wiederfinden? Und können Vater, Sohn und Chihuahua endlich vereint werden?
Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich
REGIE UNO: Dennis Nolden
REGIE DUE: *OTHER ISSUES
REGIE TRE: Sarah* Claire Wray
Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage die – es ist die Waschmaschine
Musiktheater von Ruedi Häusermann
mit Texten von Robert Walser
Wieder und wieder findet der Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann in Robert Walsers Weltsichten scharfsinnige Entsprechungen zu dem, was ihn als Mensch und Künstler beschäftigt, so auch in seinem neusten Theaterabend für das Schauspielhaus Zürich. Ein Meister war Robert Walser darin, das scheinbar Nebensächliche wachsen zu lassen. Er verehrte zaudernde Wölkchen, träumerische Unwissenheit oder gedankenlose, weil nur gedachte Gedanken, und folgert: «Seriöseste Menschen haben mitunter eine Langezeit nach der Ungezwungenheit des Spielens.»
Nicht zuletzt darum wird Häusermann selbst mit seinem Trio und dem Streichquartett Kubus Kollektiv auf der Bühne sein, gemeinsam mit drei Schauspieler*innen konzertierend und spielend. Der Sound einer Waschmaschine hier, das Rauschen einer akribisch ausgeführten Komposition dort. Das eine im anderen zu erleben, wird zum lustvollen Spiel. Alltags-Petitessen in einer Stadtfassade aus Papier verwickeln sich in Gedanken über das Menschsein.
«Wo die Ferne verschwindet, rückt die Nähe zärtlich nahe.» – Robert Walser
Unterstützt von der Else v. Sick Stiftung
Regie & Komposition: Ruedi Häusermann
Bühne: Damian Hitz, Ruedi Häusermann
Kostüme: Barbara Maier
Licht: Carsten Schmidt
Dramaturgie und Mitarbeit Stückentwicklung: Barbara Tacchini
Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage die – es ist die Waschmaschine bewerten:
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Bewertungen & Berichte Du denkst vielleicht, was hör ich da, und ich sage die – es ist die Waschmaschine
Aufführung
Ursus & Nadeschkin - PRSPKTVNWCHSL
von Nadja Sieger, Urs Wehrli, Tom Ryser
GASTSPIEL
Was bleibt, wenn die Hälfte fehlt? Wann ist der richtige Zeitpunkt – und wann der falsche? Und wie lange dauern eigentlich fünf Minuten ... gefühlt? Ursus & Nadeschkin denken quer, drehen Zeit und Rollen auf links und bringen ein Gesamtkunstwerk auf die Bühne, das sich irgendwo zwischen Sprachakrobatik, Musik, Tanz und grandioser Verwirrung bewegt. Witzig, überraschend und absurd klug.
Seit über drei Jahrzehnten touren die Ehrenpreisträger des Deutschen Kleinkunstpreises 2024 durch die Welt. Von Zürich bis New York, von Berlin bis Melbourne, vom Konzertsaal in den Zirkus, vom Fernsehen ins Schauspielhaus. Diebeidenspringen zwischenSchubladen, tunwas niemand von ihnen erwartet, spielen mit Timing, loten die Tiefen und Untiefen zwischen Dada, Artistik und Komik aus und provozieren leidenschaftlich und mit Charme. Ihr 11. Bühnenprogramm PRSPKTVNWCHSL ist eine hochkomische Expedition ins Ungewisse – für alle, die bereit sind, ihr Denken auf den Kopf zu stellen.
Jahrmarkt im Londoner Stadtteil Soho: Hier entfaltet sich die Halbwelt und Heimat von Gestalten am Rande der Gesellschaft. Hier floriert das Geschäft von Jonathan Jeremiah Peachum. Als Kopf der Bettlermafia hält er nicht nur das Monopol auf Bettellizenzen, sondern stattet die Bettelnden in seiner Boutique auch mit mitleiderregender Mode und Accessoires aus. Seinen Erfolg hat er nicht zuletzt dem Charme und Geschäftssinn seines einzigen Kindes Polly zu verdanken. Kein Wunder also, dass er Pollys Heirat mit dem stadtbekannten Gangster Macheath alias Mackie Messer als existenzielle Bedrohung wahrnimmt. Während Peachum nach Wegen sucht, den Rivalen aus dem Weg zu räumen, schaffen Polly, Frau Peachum und Macheaths alte Liebe Jenny Tatsachen.
DIE DREIGROSCHENOPER, Bertolt Brechts berühmtestes Werk, war 1935 erstmals auf der Pfauenbühne zu sehen. Die europaweit gefeierte Inszenierung der Prager Theatergruppe D35 gastierte in Zürich und löste bei der rechten Nationalen Front eine starke Reaktion aus: Mit Strassenprotesten erzwang diese schliesslich den Abbruch des Gastspiels.
Zum Auftakt der Jubiläumsspielzeit erinnert die Co-Intendantin des Schauspielhauses, Pınar Karabulut, an dessen antifaschistische Tradition und holt Brechts satirische Revue in einer ihrer so glamourösen wie scharfsinnigen Inszenierungen auf die Pfauenbühne zurück.
Unterstützt von der International Music and Art Foundation (IMAF)
Das Schauspielhaus Zürich ist die grösste Sprechtheaterbühne der Schweiz und eines der renommiertesten Theater im deutschsprachigen Raum. Mit dem traditionsreichen Pfauen in Zürich-Hottingen und dem 2000 eröffneten Schiffbau in Zürich-West verfügt es heute über zwei grosse Häuser in zwei Stadtteilen. Jede Saison stehen rund zwanzig Neuinszenierungen auf dem Spielplan, im Pfauen mit seinen 750 Plätzen wird fast täglich Repertoire geboten, im Schiffbau stehen die Halle (je nach Bestuhlung 400 bis 600 Zuschauer) und die Box (200) für Vorstellungsserien zur Verfügung. Hinzu kommen Inszenierungen in der Kammer im Untergeschoss des Pfauen (70 Plätze), die Produktionen des Jungen Schauspielhauses in der Matchbox im Schiffbau (70 Plätze), sowie Wiederaufnahmen, Gastspiele, Extras und Fremdveranstaltungen. Im Jahr zeigt das Schauspielhaus rund 600 Vorstellungen, bei einer täglichen Gesamtkapazität von bis zu 1500 Plätzen.
Der Pfauen, gegenüber vom Kunsthaus am Heimplatz/Rämistrasse gelegen, ist die grösste Bühne des Schauspielhauses. Architektonisch eine so genannte Guckkastenbühne, bietet der Pfauen – im Parkett, im Rang und in den Logen – bis zu 750 Zuschauern Platz. Zehn Neuinszenierungen pro Saison stehen auf dem Spielplan, fast täglich wird auf der Pfauenbühne gespielt. Neben bekannten Klassikern – Antike, Shakespeare-Zeit, deutsche Klassik und klassische Moderne – sind vermehrt auch neue Stücke und Uraufführungen Teil des Pfauen-Repertoires.
Im Untergeschoss des Pfauen betreibt das Schauspielhaus eine weitere kleine Theaterbühne – die Kammer: Im Sommer 2006 wurde sie umgebaut und neu ausgestattet und bietet nun Platz für ca. 70 Zuschauer. Junge Regisseure und Regieassistenten haben hier die Möglichkeit, mit dem Ensemble eigene Handschriften zu erproben.
An der Theaterkasse im Pfauen-Foyer können Sie Karten für alle Veranstaltungen des Schauspielhauses erwerben, für den Pfauen wie für den Schiffbau.