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Schauspiel Köln

Das Schauspiel Köln hat Tradition und bildet gemeinsam mit der Oper Köln die Adresse für besondere Bühnenspektakel in Köln. Zu den Spielstätten gehören das Carlswerk, das Depot 1 und 2, die Grotte und der Carlsgarten. Aufführungen verschiedenster Art finden dort ihren Platz. Egal ob Dramen, Komödien oder extravagantere und experimentellere Darbietungen, das Schauspiel Köln hat eine Menge zu bieten. Es eröffnet seinen Besuchern neben Uraufführungen und Premieren auch besondere Wiederaufnahmen erfolgreicher Stücke. Der Spielplan der Spielstätte ist innovativ und überrascht mit kreativen und einzigartigen Programmen.

Das Schauspiel Köln hat eine lange Geschichte in der Domstadt. 1782 wurde in der heutigen Komödienstraße das erste Theater erbaut. 1898 kam ein Neubau am Habsburgerring hinzu. Der Bau der Außenspielstätte des Schauspiels befindet sich seit 2016 am Offenbachplatz. Dass das Schauspiel Köln eine ganz besondere und hervorragende Spielstätte ist, zeigt sich anhand der vielen Auszeichnungen, die es über die Jahre sammeln konnte. Es wurde bereits mehrfach von Kritikern als bestes Theater in der Kategorie „Überzeugende Gesamtleistung” und zweimal in Folge innerhalb einer Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute” als „Theater des Jahres” ausgezeichnet.

Die Spielstätte kümmert sich zudem um den Nachwuchs und das jüngere Publikum, in dem es mithilfe eines theaterpädagogischen Teams diverse Fortbildungen und Workshops für Lehrer und Schüler anbietet. Dadurch werden Kultur und Klassiker für Schüler zum Greifen nah. Mit dem Schauspiel hat Köln eine traditionsreiche Institution, bei der das Künstlerherz höher schlägt.

Kontakt

Schauspiel Köln
Carlswerk
Schanzenstr. 6-20
D-51063 Köln

Telefon: +49 (0)221 - 221 28400
Fax: +49 (0)221 - 221 28249
E-Mail: info@schauspielkoeln.de

 

KARTENSERVICE
Tickethotline: +49 (0)221-221 28400
(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
Fax: +49 (0)221-221 28249
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Bewertungschronik

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Schauspiel

Die letzten Männer des Westens

Von Tobias Ginsburg

Uraufführung: 22.3.2024

In einer Fassung von Sibylle Dudek und Tobias Ginsburg

Weltweit erstarkt die extreme Rechte und faschistische Bewegungen gewinnen an Macht und Sichtbarkeit. Der Autor Tobias Ginsburg machte sich auf, rechte Netzwerke undercover zu infiltrieren. Was verbindet die unterschiedlichen Szenen? Wie werden Neuankömmlinge rekrutiert? Weshalb spielen Männlichkeitswahn, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit eine so zentrale Rolle? Vorgefunden hat er das Narrativ einer Weltverschwörung, die Erzählung, dass der westliche Mann unterdrückt und vom Aussterben bedroht sei – eine finstere Gruselgeschichte, die wie ein Radikalisierungs-Beschleuniger wirkt.

Quer durch Deutschland, in die Tiefen des Internets, in die USA und nach Polen führte Tobias Ginsburg seine Recherche, die 2021 als Buch veröffentlicht wurde. Mit abgründigem Humor und einem menschenfreundlichen Blick zeigte er, wie aus gekränkten Männern Krieger gemacht werden. Und welche Konsequenzen ihr Hass haben kann – für Frauen, queere Menschen und für die offene Gesellschaft.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Evi Bauer
Kostüme: Ursula Leuenberger
Video: Meika Dresenkamp
Musik: Cornelius Borgolte
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Sibylle Dudek

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Schauspiel

Muttertier

von Leonie Lorena Wyss

Premiere: 28.3.2024

»Da ist es wieder. Das Muttertier. Da atmet es wieder – ffffffff – hhhhhhh – ffffffff – es klopft wie ein Fischschwanz der so – klopf klopf – als ob es zurück ins Wasser will.« Drei Geschwister kommen am Krankenbett ihrer Mutter zusammen und tauchen ein in die Erinnerung an ihre gemeinsame Kindheit: Dem Aufwachsen in einer dysfunktionalen Familie, bei einer alleinerziehenden Mutter, die den Erwartungen der Mutterrolle nicht gerecht werden kann. Zwischen Erdnussflips und Gummischlangen erschaffen sich die Kinder eine eigene, verspielte, unbeschwerte TITANIC-Parallelwelt, in die sie sich immer wieder flüchten können.
Leonie Lorena Wyss’ neuestes Stück ist ein melancholisch-poetischer Text über Kindheit, Bewältigungsstrategien und Zusammenhalt und nicht zuletzt das Thema Mutterschaft, erzählt durch den Blick der drei Geschwister. Ein vielstimmiges Sprachgeflecht, gewoben aus nüchterner Realität und kindlicher Fantasie, changierend zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Der Nachwuchs-Regisseur Claus Nicolai Six bringt das sprachgewaltige Stück MUTTERTIER, 2023 mit dem Retzhofer Dramapreis ausgezeichnet, im intimen Bühnenraum der Grotte zur Deutschen Erstaufführung.

Regie: Claus Nicolai Six
Bühne: Lilli Riesenbeck
Kostüme: Nele Henrich
Dramaturgie: Johanna Rummeny

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Familientheater

Tini und der magische Phantafabulieromat

von Sibylle Dudek / ab 6 Jahren

Tini erbt von ihrem Großonkel, einem Erfinder, eine Maschine: den magischen Phantafabulieromat. Mit ihm lassen sich Figuren aus Märchen herbeizaubern und Geschichten erleben. Mutig wie sie ist, startet Tini das Programm und findet sich schnell in einem Abenteuer wieder: Sie macht die Bekanntschaft mit zwei Märchenfiguren und wundert sich, dass beide ganz anders sind, als von ihnen erzählt wird. Wer verbreitete also die düsteren Geschichten über sie? Es ist das Geschwisterpaar Finsterling, das durch die Märchen zu Berühmtheit gelangt ist. Tini beschließt mit ihren neuen Gefährtinnen, das Treiben der Finsterlinge zu stoppen und die Macht über die Geschichten zurückzuerobern!

Ein Stück für kleine und große Zuschauer*innen mit Musik, Bühnenzauber und einem magischen Phantafabulieromat, in der Regie von Benjamin Höppner. Es spielen Nikolaus Benda, Nicola Gründel, Benjamin Höppner, Lola Klamroth, Séan McDonagh, Kei Muramoto und Kristin Steffen. Für die Bühne zeichnet Lilli Riesenbeck verantwortlich, für die Kostüme Clara Bohnen, für die Musik Oliver Bersin und das Licht Jürgen Kapitein.

Regie: Benjamin Höppner
Bühne: Lilli Riesenbeck
Mitarbeit Bühne: Axel Block
Kostüme: Clara Bohnen
Musik und Sounddesign: Oliver Bersin
Mitarbeit Musik: Nicola Gründel
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Sibylle Dudek

Dauer: 1 Stunde 15 Minuten • Keine Pause

Altersempfehlung: ab 6 Jahren

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Schauspiel

Du, Alice

Eine Anrufung - von Simone Scharbert

in einer Fassung von Johanna Rummeny und Antonia Ortmanns

Alice James: Schwester großer Intellektueller, seltsam, krank. Diagnose: »Hysterie«. Behandlung: strikte Bettruhe. So und so ähnlich wird Alice zu Lebzeiten beschrieben, denn das 19. Jahrhundert ist noch nicht vorbei, und die Zeit bietet kaum andere Kategorien an, um diese eigensinnige Frau zu begreifen.
Alice James: Autorin? Vorreiterin der Frauenbildung? Ikone des frühen Feminismus? Unter anderen Umständen hätten diese Beschreibungen wohl überwiegen können. Denn innerhalb des eng gesteckten Rahmens, der ihr bleibt, lotet Alice die eigenen Handlungsmöglichkeiten aus. Sie widersetzt sich den Erwartungen, die die Gesellschaft und ihre Familie an sie und ihr Frausein stellen. Und schreibt sich in Form von Briefen und Tagebüchern in die Geschichte ein, die Einblicke in ihr Denken zulassen und uns die Sicht auf eine erstaunliche Person eröffnen.

Die junge Regisseurin Antonia Ortmanns bringt Simone Scharberts poetische Anrufung an Alice James in einem intimen Setting auf die Bühne und begibt sich gemeinsam mit ihrem Team auf die Suche nach weiblicher Widerständigkeit und Solidarität. Ein Versuch der Annäherung an ein vergangenes Leben und das Aufbegehren gegen damalige wie heutige Strukturen

Regie: Antonia Ortmanns
Bühne: Sarah Pragay
Kostüm: Wiebke Barbara
Dramaturgie: Johanna Rummeny

Dauer: 1 Stunde 10 Minuten • keine Pause

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Schauspiel

Der eingebildete Kranke

von Molière / In einer Überschreibung von Barbara Sommer & Plinio Bachmann

DER EINGEBILDETE KRANKE ist Molières letztes und berühmtestes Theaterstück. Die Uraufführung findet 1673 statt, in der Titelrolle steht Molière selbst auf der Bühne. Das Stück beschreibt das Verhältnis eines selbstmitleidigen Hypochonders zu seinen geldgierigen Ärzten als eine für beide Seiten Gewinn bringende Symbiose. Die parasitäre Medizin lässt sich ihre Scharlatanerie teuer bezahlen und züchten mit Unwissen neues Leid, während mit dem Ausmaß der eingebildeten Krankheit die Macht des Patienten über sein Umfeld wächst. Molière widmet das Stück dem Sonnenkönig, der tatsächlich von einem Heer sogenannter Heilkundiger grausam zu Tode behandelt wird, greift als Argan im Stück selbst den Komödiendichter Molière an, dem er die Rache der Ärzte an den Hals wünscht, und stirbt – als hätte eine höhere Instanz diese Pointe geschrieben – während der vierten Aufführung auf der Bühne an einem Blutsturz.

In ihrer Überschreibung aktualisieren Barbara Sommer und Plinio Bachmann das Stück zu einem Kreisel der Überempfindlichkeit, dessen Fliehkräfte Betroffene, Behandelnde und Unbelehrbare aus der Mitte treiben und ihre Positionen radikalisieren. Nur wer sich selbst als verletzt darstellt, darf noch mitreden. Opferrhetorik dient zur Expansion von Macht – wobei die Intrige als solche selbstverständlich zeitlos bleibt.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne & Kostüm: Jana Findeklee · Joki Tewes
Komposition & musikalische Leitung: Sven Kaiser
Choreographie: Sabina Perry
Licht: Michael Gööck
Dramaturgie: Thomas Jonigk

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten • Keine Pause

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Schauspiel

Akıns Traum

vom Osmanischen Reich
von Akın Emanuel Şipal

Auftragswerk für das Schauspiel Köln

Alter Ego hat es nicht leicht. Sein Vorhaben, ein Stück über das Osmanische Reich zu schreiben, will ihm nicht so recht gelingen. Auf der Suche nach Inspiration lässt er sich auf dem E-Roller durch das heruntergewirtschaftete Gelsenkirchen treiben. Da taucht plötzlich ein sprechendes Halbpferd auf, das ihn wissen lässt, dass er der Auserwählte sei, das Nadelöhr für die neue Geschichte. Die vom E-Roller aufgewirbelte Staubwolke wird zum Sandsturm einer anderen Welt. Alter Ego wird in seine eigene Geschichte hineingezogen und landet mitten im Osmanischen Reich; zwischen Familiendynastien und Herrschaftsansprüchen reflektiert Alter Ego den verheißungsvollen Aufstieg eines Imperiums, das letztlich zum Erliegen kam.

Der Autor Akın Emanuel Şipal, der 2022 für sein Stück »Mutter Vater Land« den Publikumspreis der Mülheimer Theatertage erhielt, wirft einen neuen Blick auf die Geschichte des Osmanischen Reichs und nimmt die Begebenheiten der Vorgeschichte zur modernen Türkei in den Fokus, die bisher unerzählt blieben. Mit Witz und Leichtigkeit changiert seine Erzählung blitzschnell zwischen unterschiedlichen Zeitebenen und nimmt uns auf märchenhafte Weise mit auf eine spirituell literarische Reise durch die Welt der Osmanen.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musikalische Leitung & Komposition: Sven Kaiser
Choreografie & Körperarbeit: Sabina Perry
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Lea Goebel

Mit türkischen Übertiteln

Dauer: 1 Stunde 55 Min • Keine Pause

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Schauspiel

Erstmal für immer

von und mit der OLDSCHOOL und (un-)verheirateten Gästen

Save the date – das Karussell der Ehe lädt zum wilden Ritt: Willst Du mich heiraten? Ja? Nein? Vielleicht?
Mehr als 800.000 Menschen geben sich in Deutschland jedes Jahr das Ja-Wort – vor Gott und/oder dem Staat, Tendenz wieder steigend. Aber warum heiraten wir? Weil es das Herz so will? Oder die Familie? Für die Steuer? Fürs Bleiberecht? Als Zeichen von Gleichberechtigung? Was macht diese Jahrtausende alte Institution bis heute so attraktiv? Wer ist von ihren Privilegien noch immer ausgeschlossen? Und was, wenn von der Romantik der Hochzeit am Ende nur die gerichtliche Feststellung des Scheiterns bleibt? Was würden wir verlieren, wenn die Ehe abgeschafft würde?
Zu bittersüßen Live-Orgelklängen treffen heiratswillige, verliebte, verlobte, verheiratete, geschiedene und verwitwete Ehe-Expert*innen aufeinander, um gemeinsam die Erzählung des schönsten Tags im Leben zu hinterfragen.

Die OLDSCHOOL, das Senior*innenensemble des Schauspiel Köln, besetzt zusammen mit Gästen als generationsübergreifendes Ensemble den Traualtar, verhandelt persönliche Erfahrungen aus Berufs- und Eheleben, nimmt Vertragsklauseln auseinander, zettelt Rosenkriege an und überprüft den eigenen Wert auf dem Heiratsmarkt – mit viel Ja, Nein, Wenn und Aber.

Regie: David Vogel
Bewegung: Nina Mackenthun
Bühne: Anna Lachnit
Kostüme: Julia Misiorny
Komposition & Musik: Annie Bloch
Licht: Manfred Breuer• Frédéric Dériaz
Dramaturgie: Jan Stephan Schmieding

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Schauspiel

Exil

von Nuran David Calis

Die Zahl der Geflüchteten ist erheblich gestiegen, so meldete bereits Ende 2021 das UN-Flüchtlingswerk: 84 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Gewalt, Krieg und Folgen des Klimawandels. Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, tun dies oft nicht freiwillig. Verbannung, Ausbürgerung oder politische Verfolgung im eigenen Land zwingen sie dazu. Europas Außengrenzen an Land und auf See werden jedoch strengstens bewacht. Menschenrechtsverletzungen im Namen der Grenzsicherung und illegale Pushbacks sind an der Tagesordnung. Wenn die Menschen es ins Exil geschafft haben, arbeiten sie häufig daran, die politischen Verhältnisse im Heimatland zu ändern und so eine Grundlage für eine Rückkehr zu schaffen. Hinsichtlich des russi- schen Angriffskrieges in der Ukraine und der Fluchtbewegungen vergangener Jahre will die Produktion EXIL u. a. die aktuellen Lebensbedingungen Geflüchteter mit künstlerischen Mitteln untersuchen.

Nuran David Calis erarbeitete am Schauspiel Köln die Keupstraßen-Trilogie (DIE LÜCKE, GLAUBENSKÄMPFER und ISTANBUL) sowie HERERO_NAMA, VERHAFTUNG IN GRANADA und zuletzt MÖLLN 92/22. In seinen Inszenierungen bringt er oft Expert*innen und Schauspieler*innen zusammen und beschäftigt sich intensiv mit Themen rund um Rassismus und Migration.

Regie: Nuran David Calis
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Sophie Klenk-Wulff
Musik: Vivan Bhatti
Video & Interviews: Karnik Gregorian
Licht: Jan Steinfatt
Dolmetscherin: Anastasiia Krasovska
Dramaturgie: Stawrula Panagiotaki

Dauer: 1 Stunde 45 Minuten • Keine Pause

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Schauspiel

Der Gott des Gemetzels

von Yasmina Reza
übersetzt aus dem Französischen von Frank Heibert, Hinrich Schmidt-Henkel

Zwei 11-jährige prügeln sich auf dem Schulhof, der eine schlägt mit dem Stock zu, der andere verliert zwei Schneide- zähne. Unter zivilisierten Leuten, wie es die Eltern sind, spricht man die Sache gemeinsam durch. So beraten Alain und Annette mit Véronique und Michel bei einem Kaffee, wie man pädagogisch richtig auf Ferdinand (den Täter) und Bruno (das Opfer) einwirkt, so konsensbemüht und politisch korrekt, wie es sich heutzutage in der westlichen Gesellschaft gehört. Doch plötzlich brechen sich archaischere Impulse Bahn. Von Sticheleien zu Wortgefechten, von Verbalhandeln zu Handgreiflichkeiten, der Nachmittag degeneriert zur Saalschlacht. Mit diabolischem Humor und erbarmungsloser Treffsicherheit spießt Yasmina Reza in ihrem Stück die moderne bürgerliche Gesellschaft auf, die hin- und hergerissen ist zwischen aufgeklärtem Gutmenschentum und allzumenschlichem, egoistischem Konkurrenzkampf. So verbindlich und watteweich wir uns auch geben mögen, am Ende behält einer die Oberhand: Der Gott des Gemetzels.

Da die ursprünglich geplante Premiere DER PROZESS krankheitsbedingt in die Saison 2023/34 verschoben werden muss, freuen wir uns, dass der Regisseur Tristan Linder, der in Köln seine Theaterlaufbahn als Regieassistent begann, nun kurzfristig Yasmina Rezas Erfolgsstück inszenieren wird.

Regie: Tristan Linder
Bühne: Sebastian Bolz
Kostümbild & Mitarbeit Bühne: Lucie Hedderich
Komposition & musikalische Einrichtung: Alexander Schweiss
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Sarah Lorenz

Mit englischen Übertiteln

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Schauspiel

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

von Heinrich Böll

In einer Fassung von Bastian Kraft

1974: Eine junge Frau verlässt ihre Wohnung, um zu einem privaten Tanzvergnügen zu gehen. Vier Tage später stellt sie sich der Polizei und gibt an, einen Journalisten erschossen zu haben. Reue empfindet sie nicht. Was ist Katharina Blum in den vergangenen vier Tagen widerfahren? Was hat zu dieser dramatischen Entwicklung geführt?
In Form von Protokollen, Berichten und Zeugenaussagen rekonstruiert Heinrich Böll in seiner berühmt gewordenen Erzählung die beispielhafte Geschichte einer Eskalation von Gewalt. Katharina Blum gerät in den Fokus der Boulevardpresse, weil sie sich impulsiv in einen gesuchten Terrorverdächtigen verliebt und ihm zur Flucht verhilft. Schutzlos sieht sie sich einer Kampagne ausgesetzt, die vor nichts Halt macht und nach Belieben alternative Wahrheiten in die Welt setzt.

Mit DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM zeichnet Heinrich Böll das Bild einer zutiefst patriarchalen Gesellschaft, in der Populismus und Sexismus destruktiv zusammenwirken. Fünfzig Jahre nach dem Erscheinen der Erzählung bringt Regisseur Bastian Kraft den Text mit einem rein weiblichen Ensemble auf die Bühne des Depot 1.

Regie: Bastian Kraft
Bühne: Nadin Schumacher
Kostüme: Jelena Miletić
Musik: Björn Deigner
Licht: Jürgen Kapitein
Videodesign: Sophie Lux
Dramaturgie: Sibylle Dudek

Mit englischen Übertiteln

Dauer: 1 Stunde 40 Minuten • keine Pause

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Schauspiel

Kim Jiyoung, geboren 1982

von Cho Nam-Joo
In der Übersetzung von Ki-Hyang Lee und einer Fassung von Marie Schleef

Was ist los mit Kim Jiyoung? Die Anfang Dreißigjährige, die mit Mann und Kind am Rande der Millionenstadt Seoul wohnt, benimmt sich plötzlich auffällig. Sie imitiert weibliche Personen aus ihrem Umfeld, fällt schamlos aus der Rolle der rücksichtsvollen Ehefrau und Mutter und brüskiert die Verwandtschaft. Eine Therapie soll helfen, Kim Jiyoung wieder »in Ordnung« zu bringen. Doch der Blick auf ihre Biographie enthüllt weit mehr als ein individuelles Schicksal. Von klein auf geprägt, sich als Mädchen zurückzunehmen und Demütigungen wie Übergriffigkeiten »wegzulächeln«, stößt Kim Jiyoung permanent auf Barrieren: in der Familie, in der Ausbildung, im Berufsleben und schließlich als Mutter. Nüchtern und eindringlich erzählt die Autorin Cho Nam-Joo von einem schmerzhaft normalen Frauenleben. Ihr Buch, das zum internationalen Bestseller wurde, schreckte die koreanische Gesellschaft auf und sorgte für hitzige Debatten und Proteste. Gemeinsam mit einem deutsch-koreanischen Ensemble und Team bringt die Regisseurin Marie Schleef KIM JIYOUNG, GEBOREN 1982 als deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne des Depot 2. Mit ihren bildstarken Arbeiten widmet sich die Regisseurin kontinuierlich weiblichen Biographien und rückt Geschichten ins Zentrum, die lange Zeit keinen Platz im konventionellen Kanon fanden.

Regie: Marie Schleef
Bühne & Videodesign: Seongji Jang
Kostüme: Ji Hyung Nam
Live-Musik: Jae A Shin
Dramaturgie: Sibylle Dudek
Licht: Jürgen Kapitein
Körpertraining: Arzu Erdem-Gallinger

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Schauspiel

Gespenster

von Henrik Ibsen

aus dem Norwegischen von Heiner Gimmler

Osvald Alving kehrt nach langer Abwesenheit in sein Elternhaus zurück, wo seine Mutter gemeinsam mit Pastor Manders plant, ein Waisenhaus zum Gedenken an ihren verstorbenen Mann zu eröffnen. Durch die Heimkehr des Sohnes hält die Erinnerung an den Toten gleich doppelt Einzug im Haus der Alvings; die Gespenster der Vergangenheit brechen sich Bahn und veranlassen Frau Alving, zehn Jahre nach der Beerdigung ihres Mannes, endlich ihr Schweigen zu brechen. Doch auch ihre Version der Familiengeschichte ist nur ein Teil der Wahrheit und kann nicht verhindern, dass das familiäre Lügengebäude am Ende buchstäblich in Flammen aufgeht.

Ibsens abgründiges Stück GESPENSTER heißt im Original »Wiedergänger« (aus dem Norwegischen »Gegangere«). Das Familiendrama erzählt von Ungesagtem und Unbewusstem, von Verdrängtem und ungewollt Vererbtem. Geschrieben 1881 sind die Figuren in Ibsens Stück lebendige Wiedergänger und Zeugnis davon, was heute als generationenübergreifendes Trauma bezeichnet wird. Regisseur Thomas Jonigk widmet sich nach seiner letzten Inszenierung WENN WIR EINANDER AUSREICHEND GEQUÄLT HABEN mit Ibsens Kammerspiel nun der Macht von Gespenstern, die Generationen und Jahrhunderte überdauern.

Regie: Thomas Jonigk
Bühne: Lisa Dässler
Kostüme: Esther Geremus
Musik: Julian Stetter
Licht: Michael Gööck
Dramaturgie: Ida Feldmann

Dauer: 1 Stunde 40 Minuten • keine Pause

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Schauspiel

Yazdgerds Tod

مرگ یزدگرد
von Bahram Beyzaie

Eine Leiche in einer Mühle und eine Müllersfamilie auf der Anklagebank. Der König ist tot, das Volk schockiert und ein packender Krimi nimmt seinen Lauf: Wer hat den König umgebracht? Wem ist zu trauen? Wer sagt die Wahrheit und wer lügt? Nach einem Sandsturm suchte jener Mann in der Mühle Unterschlupf, ohne sich zunächst als König zu erkennen zu geben, sagt der Müller. Er sei nicht vor fremden Angreifern geflohen, sondern vor seinem eigenen Volk und der Regierungsverantwortung, sagt die Müllersfrau. Der Mann habe sie angefleht, ihn umzubringen, sagt die Tochter. Oder war es doch ganz anders und im Mehlstaub liegt nicht der König, sondern der tote Müller? Aussage steht gegen Aussage: Die Familie redet sich um Kopf und Kragen, denn ihr Leben steht auf dem Spiel. Während das Verhör in der Mühle seinen Lauf nimmt, immer mehr Versionen der Wahrheit zutage treten, nur um gleich wieder revidiert zu werden, braut sich draußen der Umsturz zusammen, denn die Königsfeinde kommen näher.

Voller Twists und Spielfreude steckt dieses extrem spannende Theaterstück über Yazdgerd III., den letzten König des Sassanidenreiches. Sein Tod 651 n. Chr. markierte nicht nur den Übergang zur arabischen Eroberung des persischen Reiches, sondern auch das Ende einer langen Epoche der iranischen Geschichte. Mina Salehpour bringt das 1979 geschriebene Stück YAZDGERDS TOD (یزدگرد مرگ) des iranischen Autors Bahram Beyzaie – den oft bezeichneten »persischen Shakespeare« – über das Königsschicksal, Klassenunterschiede und starke, mündige Frauenfiguren erstmalig auf eine deutschsprachige Bühne. Damit schafft die deutsch-iranische Regisseurin einen packenden, poetischen Kommentar auf die aktuellen Proteste iranischer Frauen.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Afsoon Pajoufar
Kostüme: Maria Anderski
Musik & Komposition: Sandro Tajouri
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Lea Goebel

In einer multilingualen Fassung • Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer: 1 Stunde 20 Minuten • Keine Pause

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Schauspiel

Der Prozess

von Franz Kafka

»Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.« Franz Kafkas Figur Josef K. ist über diesen Umstand zutiefst verwirrt, darf aber zumindest ihr Leben so weiterleben, wie bisher. K. geht zur Arbeit, nun allerdings in dem Wissen, dass er ein Häftling ist; er trifft sich mit seiner Geliebten, im Hinterkopf die Ahnung, dass ein Prozess auf ihn zukommt, doch wie dieser ablaufen wird, bleibt K. ein Rätsel. Immer tiefer stürzt er sich in die Welt des Rechts und der Gerichtshof mitsamt seiner Diener und Angestellten halten mehr und mehr Einzug in seine Lebenswelt. Am Ende ereilt K. das Urteil und die Strafe wird vollstreckt. Ob Josef K. schuldig war und welcher Tat er sich schuldig machte, bleibt unerwähnt. Vielfach wurde Franz Kafkas dritter, unvollendeter und posthum erschienener Roman gedeutet: als biografisch, politisch visionär oder auch humoresk. Das surreale bürokratische Labyrinth, das die Hauptfigur mehr und mehr einholt und in welchem sich Josef K. verliert – und zwar ohne an den Anschuldigungen gegen ihn ernsthaft zu zweifeln − bieten Regisseurin Pınar Karabulut und ihrem Team viel Stoff, Fragen von Macht und Ohnmacht, Schuld und Unschuld auf den Grund zu gehen.

Regie: Pinar Karabulut
Bühne: Michela Flück
Kostüme: Teresa Vergho
Musik: Daniel Murena
Video: Susanne Steinmassl
Videoassistenz: Amon Ritz
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Sarah Lorenz

Dauer: 2 Stunden • keine Pause

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Schauspiel

Eigentum

(Let's Face It We're Fucked)
Eine Komödie von Thomas Köck

Auftragswerk für das Schauspiel Köln

Das neue Stück des Autors Thomas Köck beginnt mit der Entdeckung einer Vulkaninsel, die im Jahr 1773 von James Cook und dessen Expeditionsteam in Besitz genommen wird – bis alle durch den Ausbruch des Vulkans vernichtet werden. Von dort aus springt der Text in die Gegenwart zu einer absurden Hausbesichtigung, in deren Rahmen Hunderte von Kaufinteressierte durch ein potenzielles Eigentum mäandern und die Räume nebst dazugehörigem Bunker begutachten. Und schließlich wirft der Autor einen Blick in eine circa 2-3000 Jahre entlegene Zukunft, in der Menschenpaare Cyborg-Kinder gebären.

EIGENTUM (LET’S FACE IT WE’RE FUCKED) ist ein collagenhafter Abriss des Herrschaftsrechts in Science-Fiction-Manier. Ausgehend von der Entdeckung der Vulkaninsel und deren Zerstörung, werfen die Protagonist*innen einen finalen Blick vom Weltraum aus auf das, was sie für ihren Besitz gehalten haben: Das Land, die Ressourcen, die Menschen.

Mit dieser Uraufführung stellt sich Marie Bues dem Kölner Publikum vor, die mit dem Autor Thomas Köck eine jahrelange Arbeitsbeziehung verbindet. Thomas Köck wurde für seine Theatertexte mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2018 und 2019 mit dem Mülheimer Dramatikpreis, zuletzt auch mit dem Publikumspreis der Mülheimer Theatertage NRW.

Regie: Marie Bues
Bühne: Heike Mondschein
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Kat Kaufmann
Licht: Michael Frank
Video: Camille Lacadee
Choreographie: Mason Manning
Dramaturgie: Sarah Lorenz

Dauer: 2 Stunden 30 Minuten • Eine Pause

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Tanz

Infamous Offspring

Wim Vankeybus / Ultima Vez

INFAMOUS OFFSPRING, die neue Kreation von Wim Vandekeybus, ist ein fiktives Tanz-/Film-/Theaterstück, das ein Geflecht von Geschichten zeigt, die sich um Hephaistos, den Gott des Feuers, drehen, der unmittelbar nach der Geburt von seinen Eltern Zeus und Hera verstoßen wird. Basierend auf der griechischen Mythologie, Familien-Soaps und archetypischen Geschichten über die dysfunktionale Familie werden Themen wie Macht, Verführung, Aggression, Demütigung, Ausgrenzung, Manipulation, Schönheit und Gerissenheit verhandelt. Uralte Geschichten, die durch die Zeit gereist sind, schaffen eine erkennbare Hierarchie zwischen den heutigen Eltern und ihren Kindern – eine Patchwork-Familie, in der die Eltern ikonische Künstler*innen sind und deren Nachkommen eine Gruppe von berüchtigten, aber sensiblen Tänzer*innen. Präsentiert wird eine eindrucksvolle Interaktion verschiedener Medien – Tanz, Text, Musik und Film. Die Eltern sind gefilmte Figuren. Israel Galván, bedeutendster zeitgenössischer Flamenco-Tänzer, spielt den besten Freund der Familie. Sie interagieren transmedial mit dem Nachwuchs auf der Bühne, verkörpert durch ein ganz neues, junges internationales Tanz-Ensemble.

Regie, Choreografie & Bühne: Wim Vandekeybus
Kreation & Performance: Iona Kewney • Maria Zhi Tortosa Soriano • Lotta Sandborgh • Cola Ho Lok Yee • Samuel Planas • Rakesh Sukesh • Paola Taddeo • Adrian Thömmes • Hakim Abdou Mlanao
Musik: Warren Ellis / Dirty Three & Ila
Text: Fiona Benson
Kostüme: Isabelle Lhoas

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Schauspiel

Früchte des Zorns

nach dem Roman von John Steinbeck
In einer Bearbeitung von petschinka

Vom Tellerwäscher zum Millionär. So lautet die Versprechung, die in den USA zur Geisteshaltung geworden ist. Doch besonders in Krisenzeiten offenbaren sich Löcher im Narrativ des sozialen Aufstiegs. Als das Corona-Virus die USA erreichte, waren es erneut die sozial Schwachen, die an den Folgen der Krise litten. Millionen Menschen verloren ihren Job und die Wirtschaftsdepression war kaum zu stoppen. Die meisten, die dem Virus erlagen, kamen aus zumeist strukturell benachteiligten afroamerikanischen Communities. Das Gerede vom »großartigsten Land der Menschheitsgeschichte« entlarvte sich in der Krise als Mythos.
Die Dekonstruktion des amerikanischen Traums steht im Mittelpunkt des mit dem Pulitzerpreis gekrönten Romans FRÜCHTE DES ZORNS. John Steinbeck erzählt darin die Geschichte der Farmerfamilie Joad aus Oklahoma, die nach Jahren der Dürre ihr altes Leben aufgibt und sich auf die Reise entlang der Route 66 macht. Ihr Ziel: Kalifornien. Doch der Californian Dream rückt in immer weitere Ferne, als die Migrierenden im Westen bloß auf Schwindler*innen, Ausbeutung und Ausgrenzung stoßen. Ein Stoff der Stunde, der die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftskrise, Migrationsbewegung und Klimawandel aufdeckt.
Nach der erfolgreichen Digital-Premiere im Winter 2020 kommt Rafael Sanchez‘ Inszenierung nun live auf die Bühne.

Bitte beachten Sie, dass es während der Aufführung zu lauten Toneinstätzen kommt, unser Servicepersonal im Foyer händigt Ihnen gern Ohrstöpsel aus.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüm: Maria Roers
Komposition & musikalische Einrichtung: Pablo Giw
Licht: Michael Frank
Video: Nazgol Emami
Dramaturgie: Stawrula Panagiotaki

Dauer: ca. 2 Stunden 5 Minuten • Keine Pause

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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Tanz

Noise Signal Silence

von Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln

Die Zusammenarbeit zwischen Richard Siegal und Alva Noto begann 2013, als der US-Choreograf sein erstes Ballett UNITXT auf der Basis der gleichnamigen Musikkomposition für das Bayerische Staatsballett schuf. Was vor einer Dekade als künstlerische Position zum Verhältnis von Ballett und Technologie angelegt wurde, findet nun in der Trilogie NOISE SIGNAL SILENCE seine Vollendung. Neben der energetischen Kult-Choreografie UNITXT wird auch OVAL zu sehen sein, das 2019 für das Staatsballett Berlin kreiert wurde. Die Musik, die eigens für dieses Finale der Trilogie komponiert wurde, kreiert eine aufgeladene, geradezu hypnotische Atmosphäre, in der sich zwölf Tänzer*innen unter einem futuristisch anmutenden, oval geformten Lichtobjekt bewegen. Das Zwischenstück bildet IN A LANDSCAPE, das 2016 ebenfalls für das Bayerische Staatsballett entstand: Kreiert auf der Grundlage einer musikalischen Zusammenarbeit zwischen Alva Noto und Ryūichi Sakamoto (die u. a. auch gemeinsam den Soundtrack des Hollywood-Films »The Revenant« komponierten), entsteht ein traumartig entrücktes Ballett, das sich durch eine meditative Innerlichkeit auszeichnet und damit diese facettenreiche Trilogie perfekt abrundet.

Choreografie & Bühne: Richard Siegal
Musik: Alva Noto, Ryuichi Sakamoto
Kostüme: Alexandra Bertraut, Konstantin Grcic & Uy
Licht: Richard Siegal, Matthias Singer, Philipp Deblitz

Dauer: ca. 2 Stunden 10 Min • inkl. 2 Pausen

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Schauspiel

Helges Leben

Revisited 2022
von Sibylle Berg

In absehbarer Zukunft: Die Menschen sind ausgestorben, die Tiere haben das Kommando. Gott und Tod sind bei ihnen als Entertainment-Profis angestellt. Als Unterhaltungsprogramm wünschen sich die Tiere ein einfaches kleines Menschenschicksal – und so kommt Helges Leben auf die Bühne. Besonders lustig ist seine Existenz nicht, denn der treueste Begleiter ist seine Angst, und Liebe ist schwer zu finden. Die Tiere schauen dem menschlichen Scheitern zu und staunen: Diese Kreaturen haben einmal die Welt regiert? Sich über alle anderen Lebewesen gestellt? Mit welchem Recht eigentlich?

Mehr als zwanzig Jahre ist Sibylle Bergs Stück HELGES LEBEN inzwischen alt. Und gehört damit derselben Generation an wie die Mitglieder des IMPORT EXPORT KOLLEKTIVS. Zwanzig Jahre – in denen der Klimawandel und das Artensterben fortgeschritten sind. Die junge Regisseurin Saliha Shagasi bringt Sibylle Bergs komischen wie bösen Abgesang auf die menschliche Dominanz auf die Bühne des Depot 1 und nimmt ihn zum Ausgangspunkt einer gemeinsamen Recherche über die Themen (Zukunfts-)Angst, Mut und die Frage, was eigentlich ein gutes Leben ist.

Regie: Saliha Shagasi
Choreografie: Judith Niggehoff
Bühne: Sebastian Bolz
Kostüme: Melina Jusczyk
Video: Viktoria Gurina
Musik: Keshav Purushotham
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Sibylle Dudek

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten • Keine Pause

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Schauspiel

Die Lücke 2.0

Ein Stück Keupstraße
von Nuran David Calis

2021 jährt sich der Nagelbomben-Anschlag, der die Keupstraße 2004 erschütterte, zum 17. Mal. Die Bomben verletzten 22 Menschen stark, mehrere lebensgefährlich. Im Anschluss wurde jahrelang ausschließlich im Anwohner*innenkreis ermittelt. Opfer und Angehörige des Anschlags wurden als potentielle Täter*innen stigmatisiert. Hinweise darauf, dass der Anschlag rassistisch motiviert sei, wurden von Seiten der polizeilichen Ermittler*innen zum Teil aktiv verschleiert. Der Regisseur Nuran David Calis erarbeitete 2014 gemeinsam mit drei Anwohner*innen und drei Ensemble-Schauspieler*innen das Stück DIE LÜCKE, um die Menschen, deren Leben der Anschlag zutiefst erschüttert und verändert hatte, zu Wort kommen zu lassen. Bei der Premiere der LÜCKE hatte der Gerichtsprozess gegen die Mitglieder des sog. Nationalsozialistischen Untergrundes in München gerade erst begonnen. Er sollte insgesamt fünf Jahre dauern und mit einem für die Angehörigen der Opfer niederschmetternden Urteil enden, denn viele Mitangeklagte kamen mit sehr geringen Strafen davon und waren teilweise gleich nach Prozessende wieder auf freiem Fuß. Auch bei dem im vergangenen Frühjahr veröffentlichten Schuldspruch beklagten die Anwält*innen der Mordopfer, dass das Gericht verpasst hätte, ihnen ein Gesicht zu geben.
In DIE LÜCKE 2.0, einer Bearbeitung der ursprünglichen Inszenierung, werden nach sieben Jahren die drei Betroffenen aus der Keupstraße erneut befragt. Wie nehmen sie das NSU-Gerichtsurteil und den Schuldspruch wahr? Wie ist der aktuelle Stand bezüglich des Mahnmals, dem sich immer noch in Planung befindenden Erinnerungs- und Lernortes in Keupstraßen-Nähe? Und wie lässt es sich in Deutschland nach den Anschlägen in Halle, Hanau, Chemnitz und Kassel leben?

Regie: Nuran David Calis
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Amelie von Bülow
Musik: Vivan Bhatti
Video: Sterntaler Film / Adrian Figueroa
Dramaturgie: Thomas Laue · Stawrula Panagiotaki

Bearbeitung der Inszenierung DIE LÜCKE (2014)
Führung über die Keupstraße & Schauspiel

Dauer: 40 Minuten Führung • Pause • 2 Stunden Vorstellung

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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Schauspiel

Im Anfang war der Zaun

von what about: fuego / Eine performative Kartografie gegenwärtiger Mauern

Über dreißig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer leben wir in einer vernetzten, globalisierten Welt, in der Reise- und Handelsfreiheit großgeschrieben werden. Zugleich nimmt der Bau von Mauern und Grenzanlagen weltweit zu. Die Liste der Länder und Orte, die sich aktuell durch Mauern und Sicherheitszäune abzugrenzen versuchen, ist lang. Mauern inszenieren politische Souveränität und nationalstaatliche Einheit. Sie demonstrieren Sicherheit und Schutz für die Bevölkerung. Doch zugleich fördern und reproduzieren sie Ausbeutung, Entmachtung und Enteignung. Beim Versuch, Grenzen zu überwinden, verlieren täglich tausende Menschen ihr Leben. Vielerorts werden Agrarland und Obstgärten zerteilt, Transportrouten unterbrochen, ganze Stadtviertel sind mit einem komplexen Netz an Trennlinien durchzogen und bestimmen die Realitäten der dort lebenden Menschen.

Das 2021 gegründete Kollektiv what about: fuego präsentiert sich mit der Stückentwicklung IM ANFANG WAR DER ZAUN erstmals in Köln. Die Künstler*innen aus Basel, Berlin, Hildesheim und Santiago de Chile arbeiten kollaborativ an politischen und globalen Themen, immer mit einer interkulturellen, intersektionalen Perspektive.

Konzept & Stückentwicklung: what about: fuego
Regie: María F. Giacaman
Text: María F. Giacaman • Miriam Bini Schmidt
Szenografie & Kostüme: Linda Bühlmann
Outside Eye: Miriam Bini Schmidt
Licht- & Videodesign: Friederike Hänsel
Sounddesign: Juan Giacaman
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Stawrula Panagiotaki

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten • keine Pause

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Schauspiel

König Lear

von William Shakespeare

Neuübertragung und Einrichtung für sechs Personen – auf der Grundlage der Übersetzung des Grafen Baudissin von Arnt Knieriem

König Lear dankt ab und beschließt, sein Reich unter seinen drei Töchtern aufzuteilen. Anders als Goneril und Regan, weigert sich die jüngste Tochter Cordelia jedoch den Liebesbekundungen, die der Vater hören möchte, Folge zu leisten. Sie wird vom erzürnten König Lear verwiesen und enterbt. Nach der Aufteilung des Reiches verwehren die beiden Schwestern den Vater bei sich aufzunehmen. Verraten und gedemütigt kämpft der ehemalige König im Wahn gegen seinen Niedergang an. Auch in der Familie des königlichen Ratgebers Graf Gloucester schwelen die Konflikte unter seinen Kindern. Der uneheliche Sohn Edmund intrigiert gegen seinen ehrbaren Bruder Edgar, doch der Vater scheint die List nicht wahrzuhaben ...

Regie bei dieser Tragödie über das Leid der Seele, das Wesen der Macht und die Unaufhaltsamkeit des Alters führt Rafael Sanchez, der zuletzt ODE von Thomas Melle (2022 mit dem Nachspielpreis des Heidelberger Stückemarktes ausgezeichnet) sowie FRÜCHTE DES ZORNS von John Steinbeck am Schauspiel Köln inszenierte. Martin Reinke, der seit über 30 Jahren am Schauspiel Köln engagiert ist, verabschiedet sich in der Rolle des König Lear vom Kölner Publikum.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Simeon Meier
Kostüme: Ursula Leuenberger
Videodesign: Nazgol Emami
Komposition & Musikalische Einrichtung: Pablo Giw
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Stawrula Panagiotaki

Dauer: 3 Stunden • 10 Minuten • eine Pause

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Tanz

New Ocean

(the natch'l blues)

von Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln
Eine Produktion von Schauspiel Köln und Tanz Köln

NEW OCEAN markierte Richard Siegals erstes abendfüllendes Ballett am Schauspiel Köln, nun ist es an nur wenigen Abenden noch einmal zurück im Depot 1! Das Stück ist inspiriert von der choreografischen Arbeit Merce Cunninghams (1919-2009), der 2019 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Siegal geht insbesondere von Cunninghams legendärer Arbeit OCEAN aus, die als Zusammenarbeit mit John Cage geplant war, der 1992 während der Vorbereitungen verstarb. NEW OCEAN versteht sich nun weniger als Nachfolger des gigantischen Projekts, das schließlich als Tanz im Rund, umfangen von einem Orchester aus 150 Musiker*innen 1994 uraufgeführt wurde. Im Reflex auf die ökologischen Entwicklungen der Gegenwart, entwirft Siegal vielmehr ein streng mathematisches System, das mittels eines eigens entwickelten Algorithmus Datensätze des Klimawandels in choreografische Handlungen übersetzt. Dabei greift Siegal bestimmte Arbeitsprinzipien Cunninghams auf und verbindet sie mit der Formensprache des Ballet of Difference.

Choreografie / Bühne: Richard Siegal
Kostüme: Flora Miranda
Licht und Video: Matthias Singer
Musik: Alva Noto • Ryuichi Sakamoto
Dramaturgie: Tobias Staab

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16

Schauspiel Köln

Carlswerk

Das Schauspiel Köln hat Tradition und bildet gemeinsam mit der Oper Köln die Adresse für besondere Bühnenspektakel in Köln. Zu den Spielstätten gehören das Carlswerk, das Depot 1 und 2, die Grotte und der Carlsgarten. Aufführungen verschiedenster Art finden dort ihren Platz. Egal ob Dramen, Komödien oder extravagantere und experimentellere Darbietungen, das Schauspiel Köln hat eine Menge zu bieten. Es eröffnet seinen Besuchern neben Uraufführungen und Premieren auch besondere Wiederaufnahmen erfolgreicher Stücke. Der Spielplan der Spielstätte ist innovativ und überrascht mit kreativen und einzigartigen Programmen.

Das Schauspiel Köln hat eine lange Geschichte in der Domstadt. 1782 wurde in der heutigen Komödienstraße das erste Theater erbaut. 1898 kam ein Neubau am Habsburgerring hinzu. Der Bau der Außenspielstätte des Schauspiels befindet sich seit 2016 am Offenbachplatz. Dass das Schauspiel Köln eine ganz besondere und hervorragende Spielstätte ist, zeigt sich anhand der vielen Auszeichnungen, die es über die Jahre sammeln konnte. Es wurde bereits mehrfach von Kritikern als bestes Theater in der Kategorie „Überzeugende Gesamtleistung” und zweimal in Folge innerhalb einer Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute” als „Theater des Jahres” ausgezeichnet.

Die Spielstätte kümmert sich zudem um den Nachwuchs und das jüngere Publikum, in dem es mithilfe eines theaterpädagogischen Teams diverse Fortbildungen und Workshops für Lehrer und Schüler anbietet. Dadurch werden Kultur und Klassiker für Schüler zum Greifen nah. Mit dem Schauspiel hat Köln eine traditionsreiche Institution, bei der das Künstlerherz höher schlägt.
KARTENSERVICE
Tickethotline: +49 (0)221-221 28400
(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
Fax: +49 (0)221-221 28249
tickets@buehnenkoeln.de

VIDEOS: © Schnittmenge - Büro für Bewegtbild

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Bewertungen & Berichte Schauspiel Köln

Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Theater Theater Bonn Bonn, Am Boeselagerhof 1
Aufführungen / Theater Theater am Dom Köln Köln, Glockengasse 11
Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Ereignisse / Festival Acht Brücken
Musik für Köln
4. bis 12.5.2024
Ausstellungen / Museum MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln Köln, An der Rechtschule
Aufführungen / Tanz Tanzhaus NRW Düsseldorf Düsseldorf, Erkrather Straße 30
Aufführungen / Theater Düsseldorfer Schauspielhaus Düsseldorf, Gustaf-Gründgens-Platz 1
Aufführungen / Oper Oper Köln Köln, Offenbachplatz
Aufführungen / Theater Schaubühne Köln Köln, Sachsenring 3
Aufführungen / Musical Capitol Theater Düsseldorf Düsseldorf, Erkrather Straße 30
Aufführungen / Theater KKT. Kölner Künstler:innen Theater
Sa, 2.3.2024, 16:00 Uhr
Aufführungen / Theater KKT. Kölner Künstler:innen Theater
So, 3.3.2024, 15:00 Uhr
Aufführungen / Theater Dschungel Wien
So, 3.3.2024, 15:30 Uhr
Aufführungen / Theater KKT. Kölner Künstler:innen Theater
Di, 5.3.2024, 10:00 Uhr
Aufführungen / Theater KKT. Kölner Künstler:innen Theater
Sa, 9.3.2024, 16:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Sonja Schwabe
Sa, 9.3.2024, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater KKT. Kölner Künstler:innen Theater
So, 10.3.2024, 15:00 Uhr
Aufführungen / Theater KKT. Kölner Künstler:innen Theater
Di, 12.3.2024, 10:00 Uhr
Aufführungen / Theater KKT. Kölner Künstler:innen Theater
Do, 14.3.2024, 10:00 Uhr
Aufführungen / Theater KKT. Kölner Künstler:innen Theater
Sa, 16.3.2024, 16:00 Uhr
Aufführungen / Theater GLORIA-Theater Köln, Apostelnstr. 11
Aufführungen / Theater XOX-Theater Kleve Kleve, Briener Straße
Aufführungen / Theater Off-Theater OHRENSCHMAUS Bonn, Weißstr. 10
Aufführungen / Theater Pantheon Theater Bonn Bonn, Bundeskanzlerplatz 2-10
Aufführungen / Kulturveranstaltung Stadt Dormagen Kulturbüro Dormagen, Paul-Wierich-Platz 1
Aufführungen / Gastronomie Theaterhaus Köln Köln, Klarastarsse 53
Aufführungen / Theater Orangerie - Theater im Volksgarten Köln Köln, Volksgartenstr. 25
Aufführungen / Theater Theater an der Kö Düsseldorf Düsseldorf, Schadowstr. 11
Aufführungen / Theater Theater an der Luegallee Düsseldorf Düsseldorf, Luegallee 4
Aufführungen / Tanz Neuer Tanz Düsseldorf Düsseldorf, Urdenbacher Allee 10
Aufführungen / Theater Theater der Keller Köln Köln, Kleingedankstr. 6
Aufführungen / Theater Arkadas Theater Köln Köln, Platenstraße 32
Aufführungen / Theater Cassiopeia Theater Köln Köln, Bergisch Gladbacher Straße 499-501
Aufführungen / Theater Haus der Springmaus Theater Bonn Bonn, Frongasse 8
Aufführungen / Oper Theater Bonn Opernhaus Bonn, Am Boeselagerhof 1

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