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Schauspiel Köln

Das Schauspiel Köln hat Tradition und bildet gemeinsam mit der Oper Köln die Adresse für besondere Bühnenspektakel in Köln. Zu den Spielstätten gehören das Carlswerk, das Depot 1 und 2, die Grotte und der Carlsgarten. Aufführungen verschiedenster Art finden dort ihren Platz. Egal ob Dramen, Komödien oder extravagantere und experimentellere Darbietungen, das Schauspiel Köln hat eine Menge zu bieten. Es eröffnet seinen Besuchern neben Uraufführungen und Premieren auch besondere Wiederaufnahmen erfolgreicher Stücke. Der Spielplan der Spielstätte ist innovativ und überrascht mit kreativen und einzigartigen Programmen.

Das Schauspiel Köln hat eine lange Geschichte in der Domstadt. 1782 wurde in der heutigen Komödienstraße das erste Theater erbaut. 1898 kam ein Neubau am Habsburgerring hinzu. Der Bau der Außenspielstätte des Schauspiels befindet sich seit 2016 am Offenbachplatz. Dass das Schauspiel Köln eine ganz besondere und hervorragende Spielstätte ist, zeigt sich anhand der vielen Auszeichnungen, die es über die Jahre sammeln konnte. Es wurde bereits mehrfach von Kritikern als bestes Theater in der Kategorie „Überzeugende Gesamtleistung” und zweimal in Folge innerhalb einer Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute” als „Theater des Jahres” ausgezeichnet.

Die Spielstätte kümmert sich zudem um den Nachwuchs und das jüngere Publikum, in dem es mithilfe eines theaterpädagogischen Teams diverse Fortbildungen und Workshops für Lehrer und Schüler anbietet. Dadurch werden Kultur und Klassiker für Schüler zum Greifen nah. Mit dem Schauspiel hat Köln eine traditionsreiche Institution, bei der das Künstlerherz höher schlägt.

Kontakt

Schauspiel Köln
Carlswerk
Schanzenstr. 6-20
D-51063 Köln

Telefon: +49 (0)221 - 221 28400
Fax: +49 (0)221 - 221 28249
E-Mail: info@schauspielkoeln.de

 

KARTENSERVICE
Tickethotline: +49 (0)221-221 28400
(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
Fax: +49 (0)221-221 28249
tickets@buehnenkoeln.de

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Schauspiel

Das Leiden Anderer betrachten

nach dem Essay von Susan Sontag von Ayla Pierrot Arendt
Deutsch von Reinhard Kaiser

Premiere: 21.3.2026

Ein Mann in weißem Hemd, die Ärmel hochgekrempelt, darüber ein lederner Patronengürtel. Er ist im Begriff, nach hinten über zu fallen; seine Knie im 90-Grad-Winkel, der rechte Arm ausgestreckt, das Gewehr entgleitet seinem Griff: „The Falling Soldier“ von Robert Capa aus dem Jahr 1936 im Spanischen Bürgerkrieg, angeblich aufgenommen im Augenblick des Todes. Anfangs waren Fotografien „eine Wiedergabe von etwas Realem, so unanfechtbar, wie es keine sprachliche Darstellung je sein konnte“, schrieb die US-amerikanische Autorin Susan Sontag in ihrem Essay DAS LEIDEN ANDERER BETRACHTEN (2003). Das Ideal der Kriegsfotografie ist es, das „wahre Gesicht“ des Krieges zu zeigen und Zeugnis abzulegen: So war es, das ist geschehen! Und heute, da durch KI hergestellte Bilder nahezu ununterscheidbar sind von echten Fotografien? Die international arbeitende Videokünstlerin und Regisseurin Ayla Pierrot Arendt geht der Manipulierbarkeit von Wirklichkeit nach. Mit dem Ensemble erzählt sie von Reisen durch die Krisenregionen unserer Zeit, die Kriegfotografinnen, Friedensaktivistinnen und Influencer festgehalten haben – auf der Suche nach der ganz realen Realness. Wie findet man heute so etwas wie Objektivität, wenn sie zwischen Fälschung und Wirklichkeit ständig auf dem Prüfstand steht? Wer macht und wer betrachtet die Bilder vom Leiden? Wozu dienen sie – und wem?

Regie: Ayla Pierrot Arendt
Bühne: Katharina Pia Schütz
Kostüm: Clara Rosina Straßer
Sounddesign: Filip Caranica
Videoart: Jan Isaak Voges und Ayla Pierrot Arendt
Lightdesign: Jürgen Kapitein
Ton: Holger Brochhaus
Dramaturgie: Viola Köster

Mit Louisa Beck, Benjamin Höppner, Fabian Reichenbach und Evi Kehrstephan

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Performance

Downtown Paradise

Ein performativer Stadtspaziergang von und mit dem Jugendklub POLYLUX

Uraufführung: 4.4.2026

Das Bimmeln der Bahn am Neumarkt. Der Geruch von Currywurst und Nagelstudio. Shopping, Sightseeing, Selfies. Kölns Innenstadt voller Erwartungen und Widersprüche: Wie du dich kleidest. Wie du sprichst. Wie du dich bewegst. Wer dazugehört. Und wer nicht. Ein Blick, der nicht erwidert wird. Schlafplätze unter Vordächern. Welche Geschichten verbergen sich an einem Ort, an dem täglich so viele Menschen vorbeigehen, verweilen, leben oder von dem sie vertrieben werden? Zwischen Schaufenstern und Beton wächst DOWNTOWN PARADISE – Der Stadtraum wird zur Bühne. Der Jugendklub POLYLUX erforscht, wie Wahrnehmung, Mitgefühl und Verantwortung im öffentlichen Raum verhandelt werden – dort, wo Nähe und Distanz ineinander übergehen, wo Stillstand und Bewegung sich begegnen, wo Sichtbarkeit zur Frage wird. Inspiriert vom Alltag der Kölner Innenstadt lädt POLYLUX dazu ein, den öffentlichen Raum neu zu erzählen. Ein Blick auf das, was sonst verborgen bleibt. Ein Zuhören zwischen den Geräuschen. Ein Versuch, die Stadt zu fühlen, bevor man sie versteht.

Mit Texten und Szenen von Julia Dittes, Burak Şengüler und Ronja Simon.

Regie: Judith Niggehoff
Dramaturgie: Burak Şengüler
Bühne: Selina Schwaiger
Kostüm: Lea Vrebac
Sounddesign: Lina Rohde

Schulgruppen zahlen pro Person 7, - EUR, bitte wenden Sie sich an gruppen@buehnen.koeln

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Schauspiel

That Night follows Day

von Tim Etchells | Deutsch von Astrid Sommer

Premiere: 11.4.2026

„Ihr sagt uns, wann wir uns setzen und wann wir stehen sollen. Ihr sagt uns, wann wir uns bewegen und wann wir mal kurz stillhalten sollen. Ihr sagt uns, wann wir vom Tisch aufstehen dürfen. Ihr bringt uns bei, bitte zu sagen. Und ihr bringt uns bei, danke zu sagen. Ihr bringt uns bei, wie man nett und sauber aussieht. Ihr erklärt uns, dass es böse Menschen gibt auf der Welt. Dass es Monster nicht in echt gibt. Dass Worte nichts als Worte sind.“ THAT NIGHT FOLLOWS DAY stellt die Welt auf den Kopf: Ein Chor von Kindern zwischen 8 und 14 Jahren wird zum Hauptdarsteller. Sie sind erst kürzlich ins Leben geworfen worden, und sofort finden sie dort Regeln und Werte vor. Die Kinder aber drehen den Spieß um. Sie verkehren Aussagen ins Gegenteil, verwerfen sie, formulieren neu. Und je länger man diesem Wertekanon mit umgekehrtem Absender zuhört, desto hörbarer betritt ein unausgesprochenes „Warum?“ die Bühne: Die Infragestellung dessen, was ist – und genauso gut auch anders sein könnte! Zutiefst berührend und außergewöhnlich komisch. THAT NIGHT FOLLOWS DAY wurde erstmals 2007 von Victoria Deluxe im belgischen Gent produziert und seitdem in vielen Ländern und Sprachen aufgeführt. Für die Köln-Premiere wird der Text für eine Gruppe Kölner Kinder aktualisiert. Tim Etchells ist ein international renommierter Autor, Regisseur und Künstler. Besonders bekannt wurde er als Leiter der Performance-Gruppe Forced Entertainment.

Regie: Tim Etchells
Bühne: Richard Lowdon
Regie-Mitarbeit: Dana Khamis
Sounddesign: Tim Etchells
Lightdesign: Jan Steinfatt und Nigel Edwards
Ton: Julia Spang
Dramaturgie: Viola Köster

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Schauspiel

Vergeltung

von Gert Ledig

Uraufführung: 24.4.2026

„Vielleicht müssen wir endlich wirklich begreifen lernen, dass der Stoff unserer Zivilisation selber gewoben ist aus Feuer und Rauch.“ (W.G. Sebald) Alles beginnt in 4000 Metern Höhe: Ein 600 Meter breiter und 30 Kilometer langer Strom aus US- Bombern bewegt sich auf eine deutsche Stadt zu. Darunter kurz darauf fallende Bomben, die Fallschirme einer Bomberbesatzung, Tiefflieger und Flaktürme. Ganz unten Häuser und Straßen, auf denen taumelnde Menschen im kochenden Teer „gegrillt“ werden. Luftschutzbunker, Keller, Durch- einander, ein unfassbares Horror-Szenario. Eine Mutter sucht nach ihrem Sohn, der als Flakhelfer bereits den Tod gefunden hat; eine junge Frau wird mit einem ihr fremden Mann verschüttet und unter den Trümmern von ihm vergewaltigt. Gert Ledigs Roman VERGELTUNG blickt kalt und unsentimental auf die zerstörerische Gewalt eines alliierten Luftangriffs im Juli 1944. Die Stadt, von der hier die Rede ist, bleibt namenlos – könnte aber Köln heißen. Auch hier stand nach der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 in weiter Trümmerlandschaft einzig noch der Dom. Das Buch erschien 1956, als Heinrich Böll oder Günter Grass längst die bundesrepublikanische Nachkriegswirklichkeit zeichneten. Es geriet bald in Vergessenheit. Bis heute ist das Trauma der Luftangriffe weitestgehend unbearbeitet, während die zusammengewürfelte Nachkriegsarchitektur der Innenstädte weiterhin stumm vom damaligen Schrecken kündet. Regisseur Sebastian Baumgarten inszeniert Ledigs Kampfansage an kriegstreibende Phrasen von „Vaterland, Heldentum, Tradition, Glaube und Ehre“ als Uraufführung für das Schauspiel Köln.

Regie: Sebastian Baumgarten
Bühne: Joep van Lieshout
Kostüm: Tabea Braun
Komposition: Stefan Schneider
Musik: Fiete Wachholtz
Videoart: Chris Kondek
Lightdesign: Michael Frank
Ton: Frank-Keno Mustroph
Dramaturgie: Henning Nass

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Schauspiel

Zwillingswelten. Über simulierte Realität

Lecture Performance von und mit Arne Vogelgesang

Premiere: 28.4.2026

Eine Lecture Performance über digitale Doubles, Experimente, Orakelmaschinen, Trainingsgeräte – und Zweifel an der Realität. Leben wir in einer Simulation? Wo ließe sich diese Frage besser beantworten als im Theater!

Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin

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Schauspiel

Unterweger

mit Texten von Marcus Peter Tesch

Österreichischer Knastpoet, Frauenschwarm, Journalist, verurteilter Mörder: Jack Unterweger war vieles, und er spielte im Laufe seines Lebens zahlreiche Rollen. Während seiner ersten Inhaftierung, zu der er wegen Mordes an einem 18-jährigen Mädchen verurteilt war, veröffentlichte er seinen ersten Roman, der ihm sofort Ruhm verschaffte. Eine Petition für seine Freilassung unterzeichneten u. a. Elfriede Jelinek, Ernst Jandl und Günter Grass. Nach 15 Jahren Haft dann die Freilassung: Unterweger wird zum Paradebeispiel „geglückter Resozialisierung“. Doch 1994 folgt die zweite Verurteilung — wegen Mordes an neun Frauen. UNTERWEGER spürt der irrationalen Faszination nach — ein Abend über Lust und Mitleid, Anziehung und Ekel, Urteil und Gnade.

Regie Branko Janack
Bühne Michael Sieberock-Serafimowitsch
Kostüm Mona Ulrich
Dramaturgie Lidia Polito

Mit Birgit Unterweger

Produktion: Volkstheater Wien in Kooperation mit dem DRAMA FORUM von uniT Graz, 2024

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Schauspiel

V13 - Die Terroranschläge in Paris

Gerichtsreportage von Emmanuel Carrère | Deutsch von Claudia Hamm

Zum 10. Jahrestag des Anschlags begibt sich Regisseur Stephan Kimmig mit Carrères Journal auf die Suche nach den Wurzeln extremistischer Gewalt und den feinen Mechanismen der Rechtsprechung. In klarer Sprache, die Sinn für Nuancen und juristische Fallstricke beweist, lässt Carrère seine Leserinnen hautnah am Prozess teilhaben.
Sechs Jahre nach den Bataclan-Anschlägen von Paris, wird jenen Männern der Prozess gemacht, die die Terroristen bei ihren Vorbereitungen unterstützt haben. Der Name des Gerichtsverfahrens: V13, für Vendredi treize – Freitag, der 13. Als Zeitzeuge vor Ort: der Schriftsteller Emmanuel Carrère, der den Prozessverlauf für die Wochenzeitung »Le Nouvel Obs« detailliert protokolliert.
Angetrieben wird Carrère von der Frage, »wo der Wahnsinn beginnt, wenn es um Gott geht«, und dem Wunsch, dem Entstehen einer kollektiven Erzählung beizuwohnen. So verbringt er Monat für Monat in der »fensterlosen weißen Sperrholzkiste«, die wegen des enormen öffentlichen Interesses in den Justizpalast auf der Île de la Cité hineingebaut worden ist.
»V13« behandelt den Prozess um die Terroranschläge von Paris vom 13. November 2015. Gewalt sowie körperliches und seelisches Leid werden dabei teilweise sehr explizit benannt. Wie gibt man den Opfern eine Stimme? Wie geht eine Gesellschaft, die weiterleben will, mit einem derartigen Trauma um? In einer intimen Bühnenanordnung wird der Theaterabend auch zu einer Liebeserklärung an die Regeln der Justiz, die – wie Carrère schreibt – versucht, »die Welt wieder in ihre Fugen [zu] rücken«.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Oliver Helf
Kostüme: Anja Rabes
Videoart: Jan Isaak Voges
Sounddesign: Michael Verhovec
Lightdesign: Michael Gööck
Ton: Christoph Priebe und Joschka Tschirley
Dramaturgie: Viola Köster

Mit Claude De Demo und Paul Grill

1 h 50 min, keine Pause

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Schauspiel

Die Orestie

nach Aischylos

„Es ist ein Gesetz: Blut, das zur Erde floss, fordert Blut.“ Tantalus zerlegt seinen Sohn Pelops, kocht ihn und serviert ihn den Göttern. Pelops, von den Göttern wieder zusammengesetzt, stößt den Wagenlenker Myrtilos von der Klippe. Sein Sohn Atreus schlachtet die Kinder von Thyestes und präsentiert ihre Köpfe auf einem Silbertablett. Thyestes’ Sohn Aigisthos durchbohrt Atreus mit dem Schwert. Sein Cousin Agamemnon opfert seine Tochter Iphigenie den Göttern für günstige Winde. Klytaimnestra und Aigisthos erschlagen Agamemnon samt der Seherin Kassandra. Ihr Sohn Orest ersticht Aigisthos und tötet Klytaimnestra. Wer nun tötet am Ende dieser Kette aus Gewalt und Gegengewalt den Muttermörder Orest? Wer rächt Klytaimnestra? Aischylos’ Antwort auf diese Frage entfaltet sich im dritten Teil von DIE ORESTIE (458 v. Chr.). Die Tragödie gilt als Gründungsdokument der Rechtsprechung in der Athener Demokratie: Die Furien, antike Rachegöttinnen, vom Schatten Klytaimnestras angeführt, fallen über Orest her. Doch Athene, Göttin der Weisheit, bestellt in letzter Sekunde Geschworene. Und Orest bekommt mit Apollon einen Strafverteidiger an die Seite gestellt; die Rachegeister werden Staatsanwältinnen wider Willen. Kommt Orest frei und die seit Tantalus’ Ursünde verfluchte Sippe endlich zur Ruhe? Die Australierin Adena Jacobs inszeniert nach sensationellen Antike-Bearbeitungen in Melbourne, London und Wien erstmals in Deutschland. Sie erzählt das Gerichtsverfahren in eindringlichen Bildern, um der uralten Frage nachzugehen, wie das Morden beendet werden kann.

Regie Adena Jacobs
Bühne und Kostüm Eugyeene Teh
Komposition und Sounddesign Max Lyandvert
Videoart Mario Simon und Eugyeene Teh
Choreografie Melanie Lane
Ton Joschka Tschirley und Oliver Bersin
Dramaturgie Alexander Kerlin und Aaron Orzech

In Kooperation mit dem Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln

2 h 15 min keine Pause

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Schauspiel

Liebes Arschloch

von Virginie Despentes | Deutsch von Ina Kronenberger und Tatjana Michaelis

Rebecca ist Filmstar, über fünfzig und noch gut im Geschäft. Und sie ist wütend. Der Schriftsteller Oscar, 43 Jahre alt, hat sie durch Zufall auf der Straße erkannt und auf Instagram einen hämischen Post über sie abgesetzt. Postwendend schießt sie öffentlich zurück: „Liebes Arschloch, ich habe deinen Beitrag gesehen. Du bist wie eine Taube, die mir im Vorbeifliegen auf die Schulter kackt. Ich hoffe jetzt nur, dass deine Kinder von einem Lastwagen überfahren werden und du ihren Todeskampf mitansehen musst, ohne etwas tun zu können, und dass ihnen die Augen aus den Höhlen spritzen.“ Der Beef mit Rebecca ist aber nicht das größte Problem, das Oscar hat. Die feministische, deutlich jüngere Bloggerin Zoé beschuldigt ihn, sie während ihrer Zeit als seine Pressesprecherin belästigt zu haben. Der Vorwurf: sexualisierter Machtmissbrauch. Innerhalb kürzester Zeit wird Oscar im Netz zur prominentesten Persona non grata. Anfangs haben Rebecca, Oscar und Zoé nur zwei Dinge gemeinsam: Hass auf einander und die Einsamkeit vor ihren Computern während der Pandemie. Doch nach und nach, indem sie sich immer wieder schreiben, entsteht ein fast schon zärtlicher Briefroman für das 21. Jahrhundert über Freundschaft und Angst, Sex und Drogen, über geplatzte Hoffnungen und große Träume.

Regie: Stephan Kimmig
Bühne: Katja Haß
Kostüm: Sigi Colpe
Choreografie: Michèle Seydoux
Lightdesign: Voxi Bärenklau
Ton: Oliver Foth und Christoph Priebe
Dramaturgie: Wiebke Rüter
Videoart: Mario Simon und Jan Isaak Voges
Mit: Paul Grill und Birgit Unterweger
Live-Kamera: Ulrike Schild
Live-Schnitt: Jan Isaak Voges

Produktion: Volkstheater Wien, 2024

2 h 40 min, mit Pause

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Schauspiel

Ach! – Ein Kleist-Porträt

von und mit Jonas Dumke basierend auf den Briefen und literarischen Texten von Heinrich von Kleist

Der persönliche Soloabend von Ensemblemitglied Jonas Dumke ist eine Hommage an den zerrissenen Geist und Sprachkünstler Heinrich von Kleist. Mit Zitaten aus seinen Briefen, Novellen und Dramen entsteht das schillernde Kaleidoskop eines Dichters, dessen Charakter und Biografie ihn einerseits zu großer Kreativität beflügeln, ihm andererseits das Leben und Schaffen erschweren – bis zu seinem tragischen Ende. Vom jungen Soldaten bis hin zum Außenseiter der Literatur zeichnet der Abend das Porträt eines Geistes, der sich nach seiner Verwirklichung sehnt.

ACH! EIN KLEIST-PORTRÄT spielte bereits in Bern und in Aachen, wurde zur Woche Junger Schauspieler*innen 2024 nach Bensheim eingeladen und dort mit dem Günther-Rühle-Preis, dem Publikumspreis und dem Preis der Schülerinnenjury ausgezeichnet. Die Produktion gastierte zudem bei den Kleist-Festtagen 2024 in Frankfurt an der Oder sowie am Theater Krefeld und Mönchengladbach.

Regie: Lukas Bangerter
Lightdesign: Lukas Bangerter und Eduard Joebges
Dramaturgie: Kerstin Grübmeyer

1 h 10 min

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Schauspiel

Faust

von Johann Wolfgang von Goethe

Zeit seines Lebens arbeitet Goethe an seinem Opus magnum FAUST, dem Drama, das er als einziges seiner Werke „Tragödie“ nennt. Rätselhaft und hell steht sie da, in epischer Weite – eine scheinbar endlose Abfolge von Szenen und Reflexionen. Was hält diese Tragödie im Innersten zusammen? Da ist Faust, der ewig Rastlose, der die Welt als Beute sieht und die Zeit als Pfand. Da ist Mephisto, das Gegenprinzip, buchstäblich im Schatten Fausts. Da ist Gretchen, das Unschuldige und Schöne im Angesicht des Verderbens. Und da ist das Licht, das durch all die Risse im Schicksal einfällt. Der Großteil der Tragödie findet in finsterer Nacht statt. Zerrissen wird diese Dunkelheit immer wieder durch Feuer und Lichtzeichen – wie der Blitz einer Fotografie. Im Jahr 1928 beschreibt der russische Fotograf Alexander Rodtschenko die Fotografie als „Kampf zwischen Ewigkeit und Augenblick“ und sagt weiter: „Mit ihrem Auftreten kann es keine allgemeine unveränderliche Bildnis Vorstellung mehr geben. Ein Mensch ist nicht nur eine Einheit, er ist vielgestaltig und dialektisch.“ „Augenblick, verweile doch.“ Kay Voges inszeniert FAUST als eben diesen Kampf und verwandelt gemeinsam mit Live-Fotograf Marcel Urlaub den Bühnenraum gleichermaßen in einen Lichtraum und eine Dunkelkammer.

Regie: Kay Voges
Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Kostüm: Mona Ulrich
Musik: Paul Wallfisch
Lightdesign: Voxi Bärenklau
Ton: Oliver Foth und Antony Fitz-Harris
Dramaturgie: Lennart Göbel und Matthias Seier
Videoart: Mario Simon
Live Fotografie: Marcel Urlaub

Produktion: Volkstheater Wien, 2022

2 h 10 min, keine Pause

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Schauspiel

#Motherfuckinghood

von Claude De Demo und Jorinde Dröse

mit Texten von Antonia Baum, Mareike Fallwickl, Emilia Roig u. a.

Die Corona-Pandemie löst in Ensemble-Mitglied Claude De Demo eine Krise aus: Sie hat keine Betreuung für ihre Kinder, sie hat Angst und zu wenig Zeit. Plötzlich stellen sich Gefühle ein, die eine Mutter – dem Rollenklischee nach – nicht haben sollte. Im Gegenteil, sie denkt: Ich bin eine unglückliche Mut- ter – obwohl ich meine Kinder liebe. Damit kommen auch die Zweifel: Bin ich nicht Frau genug? Bin ich nicht Mensch genug? Überforderung, Stillstand und Müdigkeit lassen in ihr das Bedürfnis entstehen, ein realistischeres Bild von Mutterschaft zu zeigen, fernab von eingemachter Marmelade und Schlafliedern. Mit #MOTHERFUCKINGHOOD bringt sie gemeinsam mit Regisseurin Jorinde Dröse all jene Vorstellungen und Ungerechtigkeiten auf die Bühne, die so oft verschwiegen werden, die keinen Platz im Bild der ewig geduldigen, sich selbst aufopfernden Mutter finden. Basierend auf intensiver Recherche, Gesprächen mit Wissenschaftlerinnen und Texten von verschiedenen Autorinnen ist eine Collage über Mutterschaft, Care-Arbeit und das beharrliche Gefühl von Schuld und Wut entstanden. Es geht um die Realität zwischen Gender Pay Gap, Mental Load, Kita-Plätzen und dem „Mutterinstinkt“ sowie die Frage: Wenn die Wahrheit über Mutterschaft auf dem Tisch liegt, wie viele Frauen entscheiden sich dann noch freiwillig dafür?

Bitte beachten Sie: Eine Szene thematisiert auf sprachlich-darstellerischer Ebene Gewalt unter der Geburt. Diese Inszenierung ist aufgrund der Inhalte und Lautstärke nicht für Kleinkinder und Kinder geeignet.

Regie: Jorinde Dröse
Musik: Jörg Kleemann
Bühne & Kostüme: Julia Hansen
Ton: Holger Brochhaus
Lightdesign: Michael Frank
Dramaturgie: Lidia Polito

Produktion: Berliner Ensemble 2024

1 h 15 min, keine Pause

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Schauspiel

Vatermal

nach dem Roman von Necati Öziri

Seinen Vater hat Arda nie kennengelernt. Das Einzige, was ihn mit ihm verbindet, ist ein kleiner schwarzer Fleck unter dem linken Auge – sein „Vatermal“. Arda ist gerade mal Anfang zwanzig, liegt mit Organversagen auf der Intensivstation, und die Zeit läuft ihm davon. Zeit, die er bisher mit seinen Kumpels verschwendet hat und die deutsche Behörden ihm genommen haben. Seit zehn Jahren haben seine Mutter und seine Schwester kein Wort gewechselt. Nun treffen sie täglich im Krankenhaus aufeinander, und Arda liegt buchstäblich dazwischen. In der Zeit, die ihm noch bleibt, wendet er sich in einem Brief an seinen Vater Metin. Er soll alles über das Leben der zerbrochenen Familie in Deutschland erfahren, die er zurückließ, um wieder in die Türkei zu gehen. Er soll nicht mehr die Möglichkeit haben, nicht zu wissen, wer Arda war. In seinem gefeierten Debütroman entwirft Necati Öziri eine Familiengeschichte, in der Mutter, Tochter und Sohn versuchen, Verluste zu überwinden und – auch ohne Pass – ihren eigenen Platz in Deutschland zu finden. Bassam Ghazi gelingt gemeinsam mit Menschen aus Köln ein temporeicher Abend über Abschied, Sehnsucht, Migration und Familie.

Regie: Bassam Ghazi
Bühne: Karolina Wyderka
Kostüm: Justine Loddenkemper
Ton: Raphael Weiden
Lightdesign: Michael Gööck
Choreografie: Bahar Gökten
Dramaturgie: Dominika Široká und Lidia Polito

1 h 45 min; keine Pause

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Schauspiel

Rabatz!

Ein komischer Abend von Herbert Fritsch und Ensemble

RABATZ! ist kein Eskapismus, sondern ein Stresstest für unsere Wahrnehmung.

RABATZ! ist ein Abend, der das Chaos nicht fürchtet, sondern umarmt.

Wo endet Sprache und wo beginnt der Rabatz? Wenn der berüchtigte Herbert Fritsch auftaucht, fliegen dem Theater alle Konventionen um die Ohren. Neben seiner ausgewiesenen Extrembegabung, Komödien zu inszenieren, hat er in den letzten Jahren seine ganz eigene Theatersprache entwickelt: jenseits der Worte, jenseits des Sinns. Immer wieder bringt er Texte auf die Bühne, die nicht dafür gedacht sind und in denen Worte zu Musik werden („Murmel Murmel“). Als 1916 in Zürich das Dada-Café Cabaret Voltaire eröffnet und der Dadaismus erfunden wurde, kommentierte jemand: „Das ist eine Ansammlung von jungen Leuten, die kreativ sind und Rabatz machen wollten“. Ha! Dada ist genau das Ding von Herbert Fritsch. Und Rabatz auch! Ein Krawall, ein Donnerhall der Unvernunft, ein Orkan der hemmungslosen Ausrastkunst. Das Verb „rabatzen“ kennen wir heute nicht mehr. Es bedeutete einst „schlagen“, „hauen“, „balgen“, „herumtoben“, „brünstig sein“ – und das ist die Spielanweisung ans Ensemble. Herbert Fritsch liebt die Bühne, das Theater und Menschen, die all das auch lieben. 13 Jahre nach seiner letzten Kölner Inszenierung – Brechts „Puntila und sein Knecht Matti“ als ein „Fest sich austobender Schauspieler“ (Deutschlandradio) – ist er zurück. Ganz in der Tradition von Dada begibt er sich auf die Suche nach dem Unaussprechlichen, Ungegenständlichen, der Auflösung von Sprache, die doch eigentlich Erlösung sein sollte.

Regie. Herbert Fritsch
Bühne. Herbert Fritsch
Kostüm. Herbert Fritsch
Lightdesign. Voxi Bärenklau
Ton. Frank-Keno Mustroph
Dramaturgie und Einstudierung. Sabrina Zwach
Mitarbeit Bühne. Olga Steiner

1 h 10 min; keine Pause

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Schauspiel

Trauer//Fall

VON UND MIT »POLYLUX«

Der Mensch vergießt im Laufe seines Lebens an die fünf Millionen Tränen, etwa 80 Liter, eine halbe Badewanne voll. Doch sind Tränen nur ein kleiner, sichtbarer Teil im Prozess von Trauer. Ein Prozess, mit den Veränderungen des Lebens umzugehen, das Bild von sich selbst neu zusammenzusetzen. Wir stolpern über Erinnerungen, die wir bereits vergessen haben. Wir stolpern über unseren eigenen Körper. Wie verbinden sich Traurigkeit und Trost? Wo sitzt die Wut über einen Verlust, und wie kommen wir zur Akzeptanz? Wenn etwas verschwindet, haben wir es dann wirklich verloren oder nur die Erinnerung daran verlegt?

Unter der Regie von Dana Khamis und Judith Niggehoff suchen die Jugendlichen von POLYLUX in Sprache, Tanz und Performance nach einem kollektiven Weg, Trauer zu begegnen und in ihr etwas Bewegendes zu finden. POLYLUX ist der Jugendklub des Schauspiel Köln für junge Menschen zwischen 13 und 18 Jahren und präsentiert mit TRAUER//FALL die vierte Bühnenproduktion.

Regie & Choreografie: Dana Khamis · Judith Niggehoff
Bühne: Hedda Ladwig
Kostüm: Nele Henrich
Video: Elias Bodemer
Licht: Stanislav Semeniuk
Sprechtraining: Britta Tekotte
Regieassistenz: Sage Bongard

Dauer: 1 Std

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Schauspiel

Du musst Dich entscheiden!

Die Gameshow für Köln
von Johan Frederik Hartle und Kay Voges

„Fun ist ein Stahlbad.“ (Theodor W. Adorno) Es ist Primetime und eine Nation will unterhalten werden. Und was ist für Menschen heutzutage unterhaltsamer, als die eigene Meinung zu feiern? In dieser TV-Show kämpfen sieben Kandidatinnen um zwei Millionen Euro Preisgeld, live übertragen und gestreamt aus Köln zur besten bundesdeutschen Sendezeit. Diesmal mit dabei: Layla aus Berlin und Wien, der Ebenauer Ferdinand aus Pressingberg bei Hammerboden in Kärnten, Maik und Moritz aus Köln (Belgisches Viertel), Nilufar und Rico Schultze aus dem thüringischen Kleinroda und schließlich Kyung-Hye Song, Musikerin mit koreanischen Wurzeln aus Bonn. DU MUSST DICH ENTSCHEIDEN! wird von TV-Legende Harry Weinlein produziert und ist eine Art „1, 2 oder 3“, aber x-rated, moderiert von Michelle Pelosi und Tommy McDonalds. Die beiden stellen die schwierigen Fragen der Gegenwart als Multiple Choice, das Publikum stimmt via Smartphone ab. „Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.“ Das ist mutiges Fernsehen 2026 für unsere Demokratie – das totale Spiel und die ganze Schönheit des Wettbewerbs.

Regie: Kay Voges
Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Kostüm: Mona Ulrich
Komposition: Tommy Finke und Fiete Wachholtz
Videoart: Max Hammel
Lightdesign: Voxi Bärenklau
Ton: Oliver Bersin und Antony Fitz-Harris
Dramaturgie: Alexander Kerlin und Henning Nass
Mitarbeit Text: Alexander Kerlin

Mit: Andreas Beck, Louisa Beck, Rebekka Biener, Elias Eilinghoff, Frank Genser, Hasti Molavian, Fabian Reichenbach, Uwe Schmieder, Christoph Schüchner, Paula Carbonell Spörk und Anke Zillich
Live-DJ: Tommy Finke und Fiete Wachholtz
Live-VJ: Max Hammel

2 h 15 min, keine Pause

Produktion: Volkstheater Wien, 2023

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Schauspiel

Onkel Wanja

von Anton Tschechow | Deutsch von Angela Schanelec nach einer Übersetzung von Arina Nestieva

Wohin mit den verblassenden Idealen und enttäuschten Illusionen angesichts einer Welt, die immer unverständlicher wird? Es ist ein drückend heißer Sommer auf dem Land. Sonja und ihr Onkel Wanja haben den Hof jahrelang für Sonjas Vater, den Kunstprofessor aus der Großstadt, bewirtschaftet – mit Blut, Schweiß und Tränen. Als der Professor pensioniert wird und mit seiner neuen Frau Elena aufs Land zurückkehrt, steht der Betrieb plötzlich still. Nichts geht mehr. Denn Wanja hat seine ganze Kraft gegeben, um das Leben des Professors für die Wissenschaft zu finanzieren. Aus der Nähe jedoch ist dieser eine herbe Enttäuschung: lethargisch hadert er mit der eigenen Bedeutungslosigkeit. Und die ebenso hart arbeitende Sonja? Sie liebt den Arzt Astrow aus der Nachbarschaft, der nun regelmäßig zu Besuch kommt. Aber Astrow hat mit der Liebe abgeschlossen und widmet sich lieber dem Wodka. Er erträgt das Leid der Welt nicht mehr und kämpft einen letzten, illusorischen Kampf gegen die Abholzung der Wälder. Was jetzt zu tun ist? Niemand weiß es mehr. Anton Tschechow blickt in seiner tiefsinnigen Komödie von 1896 schonungslos auf eine Gesellschaft im Niedergang, der alle Koordinaten verloren gegangen sind. Konflikte der materiellen Existenz treffen auf Midlife-Krisen und ausgeträumte Träume. Mit ONKEL WANJA stellt sich der israelische Regisseur und Schauspieler Itay Tiran in Köln vor. Zuletzt inszenierte er u.a. am Burgtheater Wien und am Gesher Theater in Tel Aviv.

Regie: Itay Tiran
Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Kostüm: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Musik: Dori Parnes
Lightdesign: Michael Frank
Ton: Holger Brochhaus
Dramaturgie: Lennart Göbel

1 h 30 min, keine Pause

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© Marcel Urlaub
Schauspiel

Aufstieg und Fall des Herrn René Benko

von Calle Fuhr

Spätestens seit der Insolvenz von Galeria Karstadt Kaufhof hat der einst reichste Österreicher auch in Deutschland einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht: René Benko bestimmte 2024 mit der Pleite seines Immobilienunternehmens Signa Holding monatelang die Schlagzeilen. Es wurde der größte Bankrott der zweiten Republik Österreichs. Auch deutsche Staatshilfen in Millionenhöhe lösten sich nahezu in Luft auf. Zahlreichen Städten drohen nun Baukrater auf Jahre. Den Weg dahin scheint eine undurchdringliche Mischung aus Skrupellosigkeit, Milliardärs-Klüngel und einem lückenhaften Finanzsystem geebnet zu haben. Im Januar 2025 kam Benko in seiner Heimatstadt Innsbruck in Untersuchungshaft. Über Monate haben Regisseur Calle Fuhr und DOSSIER zusammengearbeitet, um die Geschichte vom Aufstieg und Fall des „Wunder-Wuzzis“ Benko zu entwirren. Herausgekommen ist ein besonderer Theaterabend irgendwo zwischen Stand-up, TED-Talk und Lecture-Performance, der aufgrund der großen Nachfrage am Volkstheater Wien von der kleinsten in die größte Spielstätte wechseln musste. Nach Gastspielen am Berliner Ensemble und einer Einladung zum Radikal jung Festival in München kommt Calle Fuhrs unterhaltsames Solo nun in aktualisierter Version auf die Bühne des Schauspiel Köln.

Regie: Calle Fuhr
Bühne: Calle Fuhr
Kostüm: Tina Prichenfried
Videoart: Lisa Rodlauer
Ton: Christoph Priebe und Joschka Tschirley
Dramaturgie: Wiebke Rüter und Matthias Seier
Mit: Calle Fuhr

Produktion: Volkstheater Wien, 2024

1 h 25 min, keine Pause

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© Anna Sorgalla
Schauspiel

Dat Wasser vun Kölle es jot

Ein Rhein-Krimi mit Musik
in Kooperation mit CORRECTIV von Calle Fuhr

Wie rein ist der Rhein? Ein grausiger Fund am schönen Rhein in Kölle gibt Rätsel auf: Die junge Aktivistin Luise wurde tot ans Ufer gespült. Kommissarin Clara und ihr Kollege Hans nehmen die Mordermittlungen auf. Immer tiefer geraten sie in ein Netz aus Umweltverschmutzung, Online- Drohungen und verschlüsselten Firmendaten. Sie fischen im Trüben, bis sie schließlich brisante Informationen über einen großen lokalen Chemiekonzern an die Oberfläche bringen – und dem Mörder immer näher kommen. Wasser emotionalisiert. Vor allem für die kölsche Seele ist es mehr als biologisch überlebensnotwendig: Auf dem Grund des Rheins schlummern zahlreiche Mythen, während wir davorsitzen und beglückt „zuseh’n, wie Schiffe vorbeiziehen“ oder er in der Ferne Heimatgefühle in uns auslöst. Kein anderes deutsches Gewässer wird so viel besungen. Auch der Titel des Stücks ist einer berühmten Liedzeile der Bläck Fööss entnommen. Mit DAT WASSER VUN KÖLLE ES JOT stellt sich Calle Fuhr als Hausregisseur und -autor am Schauspiel Köln vor. Gespickt mit rheinischem Liedgut erzählt er einen kölschen Krimi, der unbequeme Rechercheergebnisse zur Wasserqualität des Rheins offenlegt: Brisante Fakten des investigativen Medienhauses CORRECTIV bekommen eine Bühne.

Regie: Calle Fuhr
Bühne und Kostüm: Marleen Johow
Musik: Tommy Finke
Lightdesign: Frederic Deriaz und Manfred Breuer
Ton: Raphael Weiden
Dramaturgie: Wiebke Rüter

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Schauspiel

Fräulein Else

in Else
frei nach Arthur Schnitzler von Leonie Böhm und Julia Riedler

Auch 100 Jahre nach der Veröffentlichung hat Arthur Schnitzlers Novelle FRÄULEIN ELSE nichts an Sprengkraft verloren: Die junge Else T. soll während ihrer Sommerfrische auf Bitten der Eltern den Kunsthändler Dorsday um dringend benötigtes Geld bitten – der einzige Ausweg, um ihren verschuldeten Vater vor dem Gefängnis und die Familie vor der sozialen Ächtung zu bewahren. Dorsday erkennt die Ausweglosigkeit von Elses Situation und nutzt sie für ein düsteres Spiel: Er werde die Schuldensumme erst überweisen, wenn er sie eine Viertelstunde lang nackt betrachten darf … Regisseurin Leonie Böhm entwirft Schnitzlers Novelle, die konsequent aus der Innensicht Elses erzählt ist, als Solo mit der Schauspielerin Julia Riedler. Die beiden denken Elses Bewusstseinsstrom über Machtmissbrauch und die Kommodifizierung weiblicher Körper konsequent im Hier und Heute weiter. Die Tageszeitung Der Standard berichtete nach der Premiere von einem „Triumph“, die Nachrichtenagentur APA sprach von „einem herrlichen Balanceakt zwischen Verzweiflung, Nachdenklichkeit, Trotz und einer gehörigen Portion Witz. FRÄULEIN ELSE ist beste Unterhaltung, die den ernsten Kern niemals aus den Augen verliert. Besser als Böhm und Riedler muss man es erst einmal machen.“ Und so überrascht es nicht, dass Julia Riedler für ihre Darstellung der Else von Theater heute zur Schauspielerin des Jahres 2025 gekürt wurde.

Regie: Leonie Böhm
Bühne & Kostüme: Belle Santos
Ton: Oliver Foth und Oliver Bersin
Lightdesign: Ines Wessely
Dramaturgie: Lennart Göbel und Matthias Seier
Mit: Julia Riedler

Produktion: Volkstheater Wien, 2025

1 h 30 min, keine Pause

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Schauspiel

Der Name

von Jon Fosse / Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel

Dieses Familientreffen ist ein Tollhaus der Ereignislosigkeit. Jon Fosse, Literaturnobelpreisträger 2023 und frisch mit dem Ludwig-Mülheims-Theaterpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet, hat mit DER NAME sein vielleicht bestes Stück geschrieben: Nach langer Zeit kommt ein Mädchen wieder zurück nach Hause in den Kreis der Familie. Sie ist hochschwanger, die Situation prekär und explosiv. Begleitet wird sie vom zukünftigen Vater des Kindes, den hier noch niemand kennt. Die Mutter ist krank, der Vater wortkarg und erschöpft, und die Schwester sucht jemanden, mit dem sie spielen kann. Niemand, absolut niemand kommt auf die Idee, das Mädchen nach dem Namen ihres Freundes zu fragen. Der möchte am liebsten unsichtbar sein, verzieht sich in eine Ecke und liest ein Buch. Es liegt Gewalt in der Luft. Und dann passiert – nichts. Scheinbar nichts. Denn da ist die Stille. Und Jon Fosse ist ihr größter Magier. Das Schweigen rumort, bis dann doch wieder alle miteinander sprechen – aber verstehen sie sich auch? Müssten sie sich nicht, wie es einst Georg Büchner vorschlug, „die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren“? Wenn die Sprache versagt: Was heißt es, ein Mensch in Gesellschaft zu sein? Kay Voges lässt wilde poetische Einfachheit und abgründigen Humor zu einer fein komponierten Partitur verschmelzen.

„Brillantes Ensemble. Hinter jeder Figur ahnt man eine ganze Welt.“ (nachtkritik) | „Das Ungesagte ist so vielsagend, als hätten Anton Tschechow und Samuel Beckett gemeinsam Fosse inspiriert.“ (Die Presse)

Regie: Kay Voges
Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Kostüm: Mona Ulrich
Ton: Holger Brochhaus
Lightdesign: Voxi Bärenklau
Musik: Tommy Finke
Dramaturgie: Lennart Göbel

Produktion: Volkstheater Wien, 2024

1 h 40 min, keine Pause

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© Nurith Wagner-Strauss
Schauspiel

Die Rechnung

basierend auf „L’Addition“ von Tim Etchells, Bertrand Lesca, Nasi Voutsas

Ein Tisch, ein Sessel, eine Flasche. Und ein Glas Wein, das der Kellner dem Gast serviert: So die Ausgangssituation. Doch wer bedient hier wen? Und wer dient wem? Wer bezahlt am Ende die Rechnung oder macht einen Strich durch die des anderen? In der Arbeit des britischen Autors und Regisseurs Tim Etchells (Forced Entertainment) werden Macht- dynamiken in zahlreichen Variationen durchgespielt – und je länger die Szene dauert, desto abgründiger wird der Humor. In diesem Sinne erkunden hier Herr und Knecht die mannigfaltigen Fallstricke hierarchischer Konstellationen. Nach der deutschsprachigen Erstaufführung im Rahmen der Wiener Festwochen 2024 werden nun Tisch, Sessel und Wein ins Depot 3 gestellt. Die Spannung steigt, wer in dieser Slapstick-Komödie am Ende die Rechnung bezahlt.

Regie: Tim Etchells
Bühne: Richard Lowdon
Musik: Graeme Miller
Dramaturgie: Lidia Polito

Produktion: Volkstheater in den Bezirken und Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, 2024 | Originalversion: Festival d’Avignon, 2023

1 h 15 min, keine Pause

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Schauspiel

Imagine

von Alexander Kerlin, Kay Voges und Ensemble

Stell dir vor, die Welt wäre ein Dorf. Stell dir vor, es herrschte dort Frieden. Und nun stell dir vor, die Nacht senkte sich über die Häuser und die Straßenlaternen leuchteten auf. Stell es dir genau vor. Hinter den Fenstern äßen die Menschen ihr Brot und tränken ihren Tee. Und die Kinder läsen friedlich im Bett, bevor der Vater sie küsst und die Mutter das Licht löscht. Jetzt stell dir vor, ein Schatten schliche über den verlassenen Dorfplatz. Und dort, im Gewächshaus, wüchsen drohend die Pflanzen – und auf dem Altar läge unheilvoll ein Buch mit einer Heiligen Schrift. Und im Laden fiele wie aus dem Nichts ein Produkt vom Regal. Und dann ertönte am Himmel ein fremder Gesang. Stell ihn dir genau vor – wie einen Riss im Firmament. Stell dir vor, es hole die Menschen aus ihren Betten und sie blickten gemeinsam zum Himmel hinauf. Und sie fragten sich mit bis zum Hals schlagenden Herzen, was sich ihnen dort nähert. Ein Engel? Eine Drohne? Eine tödliche Rakete, die alles verbrennt und zerstört? Wir stehen am Anfang einer großen Geschichte. Es gibt kein Vaterland und keinen Grund für Mord und Krieg. Und alle Menschen leben nur im Hier und Jetzt. Stell Dir das vor. Es ist ganz leicht, wenn du’s versuchst. Willkommen in IMAGINE.

Regie: Kay Voges
Musik: Tommy Finke
Bühne: Pia Maria Mackert
Kostüm: Mona Ulrich
Videoart: Mario Simon und Jan Isaak Voges
Lightdesign: Michael Gööck
Ton: Oliver Bersin und Antony Fitz-Harris
Choreografie: Berit Jentzsch
Dramaturgie: Alexander Kerlin

1 h 45 min, keine Pause

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Schauspiel

Berlin Alexanderplatz

von Alfred Döblin
in einer Bühnenfassung von Hermann Schmidt-Rahmer

Leben! Das will Franz Biberkopf. Orientierungslos taumelt er durch eine Metropole, die ihn verschlingt. Zwischen Kneipengelagen und Stadtstreifzügen träumt der Gewalttaten an Frauen begehende Biberkopf von Dominanz, von Selbstermächtigung und vom großen Geschäft. Er gerät in sexuelle Abenteuer, Kleinkriminalität und in eine diabolische Abhängigkeit zum Ganoven Reinhold. Machtkämpfe, Selbstüberschätzung und Gewalt kosten ihn seinen rechten Arm – und schließlich seiner Geliebten Mieze das Leben.

Durch expressive Sprache und Montagen von Werbeslogans bis Bibelzitaten schafft Alfred Döblin mit seinem Großstadtroman BERLIN ALEXANDERPLATZ eine literarische Entsprechung für eine immer komplexer werdende Welt. Die Überforderung des Menschen in Zeiten des Umbruchs und ständiger Reizüberflutung wird auf dem Schauplatz der Metropole Berlin spürbar.

Die Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer erweitert den dauerrauschenden Stadtraum um die heutige Weltmetropole der Datenverkehrsströme: die digitale Netzwelt. Auch in diesem Kosmos hat ein patriarchales, menschenfeindliches, misogynes Klima Hochkonjunktur. Und auch hier ist es Franz Biberkopf nicht möglich, die zahllosen Bausteine seiner Wahrnehmung in sinnhafte Weltbilder und Handlungen umzuwandeln. Trunken von Größenwahn, Selbstmitleid und dem Glitzern der Stadt, trotzt Franz Biberkopf jedem seiner Abstürze mit schnoddrigen Posen, mit den immer gleichen toxischen Verhaltensmustern – bis ihm der Tod schließlich die Augen öffnet.

Regie: Hermann Schmidt-Rahmer
Bühne: Pia Maria Mackert
Kostüm: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Videoart: Mario Simon
Lightdesign: Jürgen Kapitein
Ton: Frank-Keno Mustroph
Dramaturgie: Wiebke Rüter

„Ihr sagt uns, wann wir uns setzen und wann wir stehen sollen. Ihr sagt uns, wann wir uns bewegen und wann wir mal kurz stillhalten sollen. Ihr sagt uns, wann wir vom Tisch aufstehen dürfen. Ihr bringt uns bei, bitte zu sagen. Und ihr bringt uns bei, danke zu sagen. Ihr bringt uns bei, wie man nett und sauber aussieht. Ihr erklärt uns, dass es böse Menschen gibt auf der Welt. Dass es Monster nicht in echt gibt. Dass Worte nichts als Worte sind.“ THAT NIGHT FOLLOWS DAY stellt die Welt auf den Kopf: Ein Chor von Kindern zwischen 8 und 14 Jahren wird zum Hauptdarsteller. Sie sind erst kürzlich ins Leben geworfen worden, und sofort finden sie dort Regeln und Werte vor. Die Kinder aber drehen den Spieß um. Sie verkehren Aussagen ins Gegenteil, verwerfen sie, formulieren neu. Und je länger man diesem Wertekanon mit umgekehrtem Absender zuhört, desto hörbarer betritt ein unausgesprochenes „Warum?“ die Bühne: Die Infragestellung dessen, was ist – und genauso gut auch anders sein könnte! Zutiefst berührend und außergewöhnlich komisch. THAT NIGHT FOLLOWS DAY wurde erstmals 2007 von Victoria Deluxe im belgischen Gent produziert und seitdem in vielen Ländern und Sprachen aufgeführt. Für die Köln-Premiere wird der Text für eine Gruppe Kölner Kinder aktualisiert. Tim Etchells ist ein international renommierter Autor, Regisseur und Künstler. Besonders bekannt wurde er als Leiter der Performance-Gruppe Forced Entertainment.

Regie Tim Etchells
Bühne Richard Lowdon
Regie-Mitarbeit Dana Khamis
Sounddesign Tim Etchells
Lightdesign Jan Steinfatt und Nigel Edwards
Ton Julia Spang
Dramaturgie Viola Köster

2 h 0 min, keine Pause

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Schauspiel

Requiem für eine marode Brücke

von Anna-Sophie Mahler und Viola Köster | mit dem Jugendensemble der Kölner Dommusik und dem Experimentalchor Alte Stimmen

Wenn Stadtplanung ein Konzert wäre, wie würde sie klingen, die lebenswerte Stadt der Zukunft? Wie singt man von „Brückensanierung“ und „Transformation”, wie intoniert man „Verschattungsstrategie“? Und welche Stimmen kündigen den ökologischen Wandel an? Wir sprechen mit Menschen aus Baugewerbe und Stadtentwicklung, mit Ökonominnen, Zukunftsforschern und Aktivistinnen über die bestehenden Pläne für ein zukunftsfähiges Köln – und über die Widerstände, denen sie begegnen. Aus den so gewonnenen O-Tönen entsteht ein Musiktheaterstück von Kölnern für Köln, ein Stimmenkonzert für drei Schauspielerinnen, zwei Kölner Chöre und eine Stadt der Zukunft. „Denn wir haben hier keine bleibende Statt, sondern die Zukünftige suchen wir“, heißt es in Johannes Brahms’ „Requiem“, das, gesungen vom Kölner Domchor, aus den maroden Stadtmauern dringt. Die Regisseurin Anna-Sophie Mahler ist Spezialistin im Verweben von Recherchematerial und Musik. Bekannt wurde sie mit der Inszenierung „Mittelreich“ an den Münchner Kammerspielen, die 2016 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Zuletzt begeisterte ihre Inszenierung von Tennessee Williams’ „Camino Real“ am Volkstheater Wien, mit der Band Calexico live on stage.


Bitte beachten Sie:

Die Inszenierung REQUIEM FÜR EINE MARODE BRÜCKE wird im KOLUMBA Museum gezeigt. Die Abendkasse befindet sich im Foyer, der Einlass erfolgt 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn über den Hintereingang an der Ludwigstraße (neben sattgrün). Die Wege vor Ort sind ausgeschildert.
Besucher*innen im Rollstuhl bitten wir, den Haupteingang in der Kolumbastraße zu nutzen, da der Hintereingang zu schmal ist. Ein Aufzug steht zur Verfügung, kurze Wege innerhalb des Gebäudes sind jedoch nötig. Sitzplätze sind in fast allen Räumen vorhanden.

Regie: Anna Sophie Mahler
Bühne: Katrin Connan
Kostüm: Annika Lu
Musikalische Leitung und Flügel: Michael Wilhelmi und Simon Rummel
Einstudierung Jugendchor: Alexander Niehues und Oliver Sperling
Ton: Jakob Heisters
Lightdesign: Michael Frank
Dramaturgie: Viola Köster

1 h 45 min, keine Pause

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Schauspiel

Die Wörter sind böse

von Rolf Dieter Brinkmann

„Die Geschichtenerzähler machen weiter, die Autoindustrie macht weiter, die Arbeiter machen weiter, die Regierungen machen weiter, die Rock’n’Roll- Sänger machen weiter, die Preise machen weiter, das Papier macht weiter, die Tiere und Bäume machen weiter, Tag und Nacht macht weiter, der Mond geht auf, die Sonne geht auf, die Augen gehen auf, Türen gehen auf, der Mund geht auf, man spricht.” Und es spricht: Rolf Dieter Brinkmann! Enfant terrible des bundesdeutschen Literaturbetriebs, überfahren von rechts als er nach links sah. Was als Nachdenken über das eigene Leben beginnt, wird bald zum wütenden Flanieren eines jungen Mannes durch die Straßen Kölns: den westdeutschen Nachkriegsmuff im Visier, bewaffnet mit einem Tonbandgerät. Sein steter Begleiter ist sein eigenwilliger poetischer Geist. In ausufernden Hasskaskaden hält Brinkmann die Schrecklichkeit der Welt, der Stadt, der Straße mit einem teuflischen Lachen fest – in kantiger Schönheit. DIE WÖRTER SIND BÖSE ist der Titel eines WDR-Hörspiels von 1974, geschrieben, gesprochen und geschnitten von Brinkmann selbst. Regisseur und Bühnenbildner Wolfgang Menardi bringt diesen atemlosen Marsch durch das Köln der 70er Jahre auf die Bühne, bereichert durch Gedichte aus dem Werk Brinkmanns. Ein unbarmherziger Blick auf die Stadt Köln, voller Humor und gut versteckter Schönheit zwischen Betonbau und Fliesenboden.

Regie: Wolfgang Menardi
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüm: Jelena Miletić
Komposition und Sounddesign: Matteo Haitzmann
Choreografie: Mason Manning
Videoart: Jan Isaak Voges
Ton: Jakob Heisters
Dramaturgie: Lennart Göbel

1 h 30 min, keine Pause

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© Anna Sorgalla
Schauspiel

Krieg und Frieden

Ein Bühnenessay über Russland, die Ukraine und die Wehrpflicht
von Calle Fuhr | in Kooperation mit CORRECTIV

KRIEG UND FRIEDEN heißt der neue investigative Bühnenessay von Calle Fuhr, der in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Medienhaus CORRECTIV entstanden ist. Auf Basis journalistischer Recherchen erzählt der Abend vom Aufstieg Wladimir Putins, von den autoritären Entwicklungen der letzten 25 Jahre in Russland und vom Krieg gegen die Ukraine. Gleichzeitig richtet Fuhr den Blick nach Deutschland: auf die Energiepolitik der vergangenen Jahrzehnte, die Abhängigkeit von russischem Gas und die daraus resultierte Versorgungskrise. Auch rücken die gegenwärtigen Aufrüstungsmaßnahmen, die immensen Staatsausgaben für Verteidigung und die Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in den Fokus. KRIEG UND FRIEDEN zeigt, wie geopolitische Entscheidungen unseren Alltag verändern – und stellt die Frage, wie Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit und sicherheitspolitische Zukunft definiert.

Hausregisseur Calle Fuhr nimmt das Publikum in diesem Monolog mit auf eine intensive Reise durch politische Entscheidungsprozesse, mediale Erzählungen und persönliche Schicksale. Dabei stößt er auf Fakten, Geschichten und Widersprüche unserer Zeit von Nordstream bis Rheinmetall.

Regie: Calle Fuhr
Bühne: Calle Fuhr
Kostüme: Mona Ulrich
Videoart: Max Hammel
Dramaturgie: Lennart Göbel
Mit: Calle Fuhr

1 h 40 min, keine Pause

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Schauspiel Köln

Carlswerk

Das Schauspiel Köln hat Tradition und bildet gemeinsam mit der Oper Köln die Adresse für besondere Bühnenspektakel in Köln. Zu den Spielstätten gehören das Carlswerk, das Depot 1 und 2, die Grotte und der Carlsgarten. Aufführungen verschiedenster Art finden dort ihren Platz. Egal ob Dramen, Komödien oder extravagantere und experimentellere Darbietungen, das Schauspiel Köln hat eine Menge zu bieten. Es eröffnet seinen Besuchern neben Uraufführungen und Premieren auch besondere Wiederaufnahmen erfolgreicher Stücke. Der Spielplan der Spielstätte ist innovativ und überrascht mit kreativen und einzigartigen Programmen.



Das Schauspiel Köln hat eine lange Geschichte in der Domstadt. 1782 wurde in der heutigen Komödienstraße das erste Theater erbaut. 1898 kam ein Neubau am Habsburgerring hinzu. Der Bau der Außenspielstätte des Schauspiels befindet sich seit 2016 am Offenbachplatz. Dass das Schauspiel Köln eine ganz besondere und hervorragende Spielstätte ist, zeigt sich anhand der vielen Auszeichnungen, die es über die Jahre sammeln konnte. Es wurde bereits mehrfach von Kritikern als bestes Theater in der Kategorie „Überzeugende Gesamtleistung” und zweimal in Folge innerhalb einer Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute” als „Theater des Jahres” ausgezeichnet.



Die Spielstätte kümmert sich zudem um den Nachwuchs und das jüngere Publikum, in dem es mithilfe eines theaterpädagogischen Teams diverse Fortbildungen und Workshops für Lehrer und Schüler anbietet. Dadurch werden Kultur und Klassiker für Schüler zum Greifen nah. Mit dem Schauspiel hat Köln eine traditionsreiche Institution, bei der das Künstlerherz höher schlägt.
KARTENSERVICE
Tickethotline: +49 (0)221-221 28400
(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
Fax: +49 (0)221-221 28249
tickets@buehnenkoeln.de

VIDEOS: © Schnittmenge - Büro für Bewegtbild

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Bewertungen & Berichte Schauspiel Köln

Aufführungen / Theater Schauspiel Köln Köln, Schanzenstr. 6-20
Aufführungen / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Wuppertal, Kurt-Drees-Straße 4
Aufführungen / Komödie Kumede
Das kölsche Kult-Theater
8.5. bis 14.6.2026
Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Konzerte / Konzert Nordwestdeutsche Philharmonie
Ausstellungen / Museum MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln Köln, An der Rechtschule
Ereignisse / Kulturveranstaltung Heimatverein Köln Köln, Ringstraße 14 c
Aufführungen / Tanz Tanzhaus NRW Düsseldorf Düsseldorf, Erkrather Straße 30
Aufführungen / Theater Düsseldorfer Schauspielhaus Düsseldorf, Gustaf-Gründgens-Platz 1
Aufführungen / Oper Oper Köln Köln, Offenbachplatz
Aufführungen / Theater Theater am Dom Köln Köln, Glockengasse 11
Aufführungen / Theater Schaubühne Köln Köln, Sachsenring 3
Aufführungen / Musical Capitol Theater Düsseldorf Düsseldorf, Erkrather Straße 30
Aufführungen / Theater Theater Bonn Bonn, Am Boeselagerhof 1
Aufführungen / Hörspiel Theater 509 im Bürgerhaus Stollwerck
So 29.3.2026, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater GLORIA-Theater Köln, Apostelnstr. 11
Aufführungen / Theater XOX-Theater Kleve Kleve, Briener Straße
Aufführungen / Theater Off-Theater OHRENSCHMAUS Bonn, Weißstr. 10
Aufführungen / Theater Pantheon Theater Bonn Bonn, Bundeskanzlerplatz 2-10
Aufführungen / Kulturveranstaltung Stadt Dormagen Kulturbüro Dormagen, Paul-Wierich-Platz 1
Aufführungen / Gastronomie Theaterhaus Köln Köln, Klarastarsse 53
Aufführungen / Theater Orangerie - Theater im Volksgarten Köln Köln, Volksgartenstr. 25
Aufführungen / Theater Theater an der Kö Düsseldorf Düsseldorf, Schadowstr. 11
Aufführungen / Theater Theater an der Luegallee Düsseldorf Düsseldorf, Luegallee 4
Aufführungen / Tanz Neuer Tanz Düsseldorf Düsseldorf, Urdenbacher Allee 10
Aufführungen / Theater Theater der Keller Köln Köln, Kleingedankstr. 6
Aufführungen / Theater Arkadas Theater Köln Köln, Platenstraße 32
Aufführungen / Theater Cassiopeia Theater Köln Köln, Bergisch Gladbacher Straße 499-501
Aufführungen / Theater Haus der Springmaus Theater Bonn Bonn, Frongasse 8
Aufführungen / Oper Theater Bonn Opernhaus Bonn, Am Boeselagerhof 1
Aufführungen / Theater Theater im Bauturm
Freies Schauspiel Köln
Köln, Achener Str. 24-26

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